Sonntag, 31. August 2008

Review: The Dark Knight

So, mit etwas Verspaetung hab nun auch ich ein Review zum wohl meistgehypten Film aller Zeiten geschrieben. Besitze zwar nicht den sprachlichen Fachjargon wie Redakteure von filmstarts.de & Co aber was solls.

In der nachfolgenden Kritik sind sicherlich einige leichte Spoiler enthalten, sollte aber nicht sehr dramatisch sein.


Das ist er also, der neue Nolan-Film, der neue Nolan-Batman, der meistgehypte Film diesen Jahres, wenn nicht sogar der letzten 5 Jahre. Der Film bricht scheinbar jeden Tag einen neuen Rekord, ganz davon abgesehen haelt der Film sich selbst auf IMDb wacker auf dem dritten Platz der „besten Filme aller Zeiten“. Ob er dies wirklich verdient hat ist eine andere Frage und bleibt jedem selbst ueberlassen. Bereits bei der Vorpremiere am 20. August konnte ich mir selber ein Bild von dem sogenannten Meisterwerk machen.

Dieser Batman sollte nicht als simple Comic-Verfilmung dargestellt werden, nein ganz und gar nicht. The Dark Knight ist viel mehr als das, der Film ist düster, wie es kein anderer seiner Reihe zuvor je war und bietet unheimlich viel Realismus, was an diversen Verhaltensmustern der Pro- und Antagonisten zu erkennen ist.


Der Joker, gespielt von Heath Ledger (seine vorletzte Rolle), wird so grandios dargestellt, ich moechte schon sagen ich habe nie einen besseren Schurken sehen duerfen. Diese ganzen Feinheiten, das Schmatzen, die Gestik und Mimik – einfach makellos wie er das umsetzt und einbringt. Diese Performance Ledger's schreit wirklich nach einem Oscar, keine frage. Da kann man schon verstehen, dass man von ueberall hoert, es wuerde der zweite posthum vergebene Oscar werden. In Nolan’s Batman wird der Joker jedoch anders dargestellt als er uns zuvor bekannt war. Hier ist er ein anarchistischer Kerl, der keine wirklichen Ziele verfolgt, der einfach nur, ja Alfred hat es noch am besten gesagt:
Manchen Menschen sind logische Motive wie etwa Geld absolut fremd.
Man kann sie weder kaufen, einschüchtern, durch Argumente überzeugen noch mit ihnen verhandeln.
Manche Menschen wollen einfach zusehen, wie die Welt in Flammen aufgeht.

Genauso handelt der Joker, voellig plan- und belanglos. Das führt er selber in einer Szene noch einmal schoen aus (Stichwort: Hund). Die Dialoge des Jokers sind natuerlich auch irrwitzig und es ist teils einfach tiefster, schwarzer Humor was er von sich gibt (daher denke ich auch, dass ich mir den Film definitiv noch mal im O-ton ansehen muss, quasi Pflicht). So viel zum Joker.

Das Alter-Ego unseres Bruce Wayne, Batman, veraendert sich im Gegensatz zu dem in Batman Begins drastisch. Batman faengt an seiner Sache zu zweifeln, macht sich unendlich viele Gedanken darueber ob das, was er tut wirklich das Richtige ist etc. Das rafft ihn langsam, immer mehr dahin, was im ganzen Film gut zu sehen ist. Von Bruce Wayne sieht man diesmal leider weniger als in BB, was aber daran liegt, dass „Begins“ einfach vorbei ist. Hier braucht man die Einleitung nicht mehr, wobei man noch viel vom Bruce Wayne sehen konnte, daher ist das ganze also nur logisch und bringt auch keinen Abbruch mit sich. Das einzige was daran als Negativ-Punkt gesehen werden kann ist, dass
Christian Bale so weniger  schauspielerische Glanzleistungen vorweisen kann.

Die dritte Hauptpersonen ist der Lichtblick Batman’s und zugleich, leider, ein Schwachpunkt des Films. Harvey Dent a.k.a. Two Face gespielt von Aaron Eckhart Unser Hauptprotagonist erkennt in Harvey Dent jemanden, der in der Lage ist die Ziele des Batman’s auf legale Weise zu verfolgen – und das erfolgreich. Die Screentime von Dent ist meiner Meinung nach leider etwas zu hoch, da unser Staatsanwalt meist nur am Labern ist. Nicht dass er wirklich nur Schmand von sich gibt, auf keinen Fall – nur ist es auf Dauer einfach zu viel. Was aber sehr positiv ausfaellt sind die Hinweise in der Rolle des Harvey Dent’s auf den kuenftigen Feind des unseres Helden: Two Face.

Die Entwicklung zum Two Face faellt bedauerlicherweise etwas karg und schwach aus, wobei ihm der Joker quasi einfach etwas zuredet und das angeknackste Gewissen Dent’s ausnutzt. Tada – Two Face ist geboren. Die Handlungen unseres neuen Antagonisten spielen sich dann letztendlich auch eher im Hintergrund ab, so ist man doch noch immer auf den Joker fixiert.

Es ist zwar toll was fuer Nebenhandlungen, und vor allem wie viele Christopher Nolan so geschickt in den Film einbaut, jedoch haette Maggie Gyllenhaal und ihre Geschichte wesentlich besser sein koennen. Wollte man einen besseren Ersatz fuer Katie Holmes finden, weil sie in BB aufgrund mangelnder Persoenlichkeit nicht ueberzeugen konnte, so wird der aktuellen Rachel Dawes zu wenig Spielraum geboten. Miss Gyllenhaal ist zwar nicht die Schoenheit, so ist sie aber eine exzellente Schauspielerin (Schräger als Fiktion) und hat einfach mehr verdient als sie hier nur zeigen darf. Das haette ebenso noch eine Katie Holmes bewaeltigen koennen.

Im Fall Alfred, Lucius Fox und Det. Lt. James Gordon durfte man hier nicht zu viel oder zu wenig Screentime erwarten. Sicherlich koennte man sagen, dass ein Michael Caine und ein Morgan Freeman mehr als solche kleinen Rollen spielen koennen, jedoch was soll man erwarten? In BB gab es auch nicht mehr Szenen mit den Beiden. Genauso passt es, die beiden lockern zwischendurch immer die duestere Atmosphaere mit ihrem Witz und Charme auf.
Was Gary Oldman betrifft, war ich sehr positiv ueberrascht. Dass er viel kann, wissen wir ja, doch hat er in TDK viel mehr Screentime erhalten – gut!
So konnte er auch mal wieder mehr, ueberzeugend, von sich zeigen, haette im Vorgaenger auch gemacht werden sollen.

Ein anderer kleiner Kritikpunkt betrifft die Stadt „Gotham“. In Batman Begins hatte diese doch noch klare Wiedererkennungswerte, beispielsweise der Zug, gebaut von Bruce’s Vater. Dieser wurde in Begins auch nicht vollends zerstoert, eigentlich nur ein sehr kleiner Teil, so haette ich mich doch sehr gefreut den Zug in The Dark Knight wiederzusehen. Das macht den Film sicherlich nicht schlechter, waere einfach nur schoen gewesen etwas (hintergruendig-) altbekanntes zu sehen.

Was die gesamte Action des Films betrifft. Durchwegs klasse. Rasante Verfolgungsjagden, ob zu Fuß oder in LKWs, Explosionen, Schießereinen und toll choreographierte Kaempfe. Top! Die Effekte sind ebenfalls sehr gelungen, was einem viele Szenen verdeutlichen, u.a. das Batmobil und vor allen das Batpod! Der Actiongehalt  des Films ueberwiegt sicher nicht, fuer viele koennte es vermutlich auch mehr sein, aber meiner Meinung nach passt das ganze genau.

Fazit:
Mit The Dark Knight haben wir ein duesteres, atmosphaerisch-starkes und realistisches Werk beschert bekommen. Leider kein Meisterwerk, aufgrund weniger Kritikpunkte, die aber locker verschmerzt werden koennen, was bei einem derart gewaltigen Hype aber voellig normal scheint. TDK ist wohl die bisher mit Abstand beste Comic-Verfilmung (mit Sin City) die wir bis dato erleben durften. Perfekt gespielt und inszeniert. Wir duerfen jetzt auf einen dritten Teil hoffen, der hoffentlich einen gleichwertigen Schurken parat haelt und die Trilogie somit wuerdig abschließt (Bestaetigt wurde er ja schon).




1 Kommentar:

moep0r hat gesagt…

Sehr schoen geschrieben. Kann dir nur zustimmen.