Dienstag, 14. Februar 2012

Review: Wildes Japan (2010)

Regie: Thoralf Grospitz, Jens Westphalen
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Plot:

Mit opulenten Bildern in HD Qualität porträtiert die zweiteilige Naturdokumentation das Kaiserreich mit seinen atemberaubenden Landschaften und seltenen Tieren. Dabei entstanden einzigartige Aufnahmen von teilweise noch nie gefilmtem Verhalten. Eine spektakuläre Reise in das "Wilde Japan".
Ein Inselreich voller Gegensätze. Megastädte wie Tokio auf der einen und abgelegene Bergtäler mit fremd wirkenden Traditionen auf der anderen Seite. Selten sind die Unterschiede innerhalb eines Landes so groß wie in Japan.

Teil 1: Schneeaffen und Vulkane
Teil 2: Tropenstrand und Bärenland


Filmkritik:

Japan - das Land der aufgehenden Sonne. Gerade im vergangenen Jahr traf das vielleicht nicht mehr ganz so zu, wenn man Stichworte wie Fukushima, Kernschmelze, Erdbeben oder Tsunami ins Gedaechtnis zurueckruft. Darum soll es aber keinesfalls gehen, denn abseits davon und bspw. des groeßten Ballungsraums Tokio (hier leben ca. 35 Millionen Menschen, knapp 30% der Einwohner Japans), hat Japan auch eine sagenhafte und vielseitige Flora und Fauna vorzuweisen, die vielen noch gaenzlich unbekannt ist.
Bei dieser deutschen Produktion, die uebrigens fuer einen Emmy nominiert war, handelt es sich um eine klassische Dokumentation mit einem Erzaehler, der viel Infomationen fuer den Zuschauer bietet. Besonders gefreut hat mich, dass es sich bei dem Erzaehler um keinen geringeren als Christian "The Voice" Brückner handelt. Fuer den unbekannten Hund: Der Herr ist der Synchronsprecher von Schauspielgroeßen wie Robert De Niro, Martin Sheen, Harvey Keitel oder Peter Fonda. Aehnlich wie bei Werner Herzog, hoert man hier besonders gerne zu.

Die Doku befasst sich mit verschiedenen Abschnitten Japans und es wird erklaert, um welche Hauptinseln es sich handelt: das winterliche Hokkaidō im Norden, die zentrale Hauptinsel Honshū, die suedlich gelegenen Inseln Shikoku und Kyūshū bis hin zum subtropischen Okinawa.
Junger Japanmakak (Schneeaffe) in Hokkaidō 
Die Hauptbestandteile beziehen sich allerdings auf Hokkaidō und den suedlicheren Gefilden, v.a. Okinawa. Sowohl im Norden als auch im Sueden spielen die Japan-Makaken, auch bekannt als Schneeaffen, eine tragende Rolle und wissen den Zuschauer gleichermaßen zu amuesieren und zu faszinieren, wenn diese z.B. eine Schneeballschlacht veranstalten oder sich ein angenehmes Thermal-Bad goennen. Dazugemengt werden stets einige Fakten des Erzaehlers, die das Ganze noch etwas interessanter machen und auch ausschmuecken koennen. 
Daneben wird auch anderen Tierarten reichlich Spielraum geboten: Man kann Riesenseeadlern oder auch Braunbaeren beim taeglichen Fischfang bestaunen; dem Riesen-Salamander, der noch aus der Urzeit stammt, bei der Jagd beobachten oder auch einer beinah ausgerotteten Eulenart bei der naechtlichen Jagd bewundern. Dazu gesellen sich noch etliche weitere unterschiedliche Arten der Tierwelt, die durch ihr teilweise skurriles Auftreten dem Zuschauer imponieren koennen und somit gelegentlich fuer einen Schmunzler sorgen.
All dies kann man durch wundervolle Aufnahmen bewundern, was besonders in HD ein Fest fuer die Augen ist und einfach Spaß macht. Da bleibt einem das ein oder andere Mal die Kinnlade offen stehen.

Auf der anderen Seite hat man natuerlich noch die beeindruckenden Vulkane, die teilweise noch sehr aktiv sind - bis auf den Fuji, der mit 3776m gleichzeitig der hoechste Berg Japans ist und ebenfalls eines der Wahrzeichen des Landes darstellt. 
Es wird allerdings auch auf andere Wahrzeichen eingegangen - so z.B. auf die Kirschblueten, die fuer Japaner eine besondere Bedeutung haben. Mit diesem Aspekt geht man in der Dokumentation auch teilweise auf die menschliche Bevoelkerung ein. Zwar nur zu kleinen Teilen und nicht gleichermaßen ausfuehrlich wie beispielsweise in der Dokumentation "Wildes China", jedoch ist der Ausgleich durchaus stimmig.

Traditioneller Reisanbau in Japan
Bei der Erzaehlstruktur treten gelgentlich ein paar Probleme auf, da man als Zuschauer nicht immer gleich mitbekommt, wo man sich denn gerade eigentlich befindet, da die Orte des Oefteren sprunghaft gewechselt werden. Hier haette eine schlichte Texteinblendung oder dergleichen sicherlich Abhilfe schaffen koennen.
Weiterhin besteht kein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den winterlichen Aufnahmen und den Aufnahmen in den tropischen Gebieten. Letztere kommen leider etwas kuerzer, was einen kleinen Wermutstropfen darstellt.

Letzten Endes macht "Wildes Japan" definitiv Lust auf mehr, weshalb es etwas schade ist, dass die zwei Episoden zusammen nur eine recht knappe Laufzeit von nur ~90 Minuten umfassen. Dafuer bekommt man in dieser Zeit aber auch hoechste Qualitaet geboten - tolle Bilder gespickt mit interessanten Hintergrundinformationen, die einem hoechstwahrscheinlich noch unbekannt waren. Ein Einblick in die japanische Naturwelt, der sich mit Sicherheit lohnt, vor allem fuer Fans von Naturdokus. 8/10


Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Polyband:

Die Blu-Ray kommt in einem netten Digipak daher, was leider etwas durch den nicht abloesbaren FSK-Flatschen entstellt wird - anonsten aber ansehnlich.

Bild: Eine Augenweide. Mehr braucht man dazu (fast) nicht mehr sagen. In sehr wenigen Szenen tritt teilweise minimales Bildrauschen auf, was aber nicht von besonderer Bedeutung ist. Die Schaerfe ist absolut ueberzeugend, besonders kommt das bei den Nahaufnahmen der Tiere zur Geltung, wenn man sogar die einzelnen Haare erkennen kann. Dass bei den Nachtaufnahmen keine aehnlich geniale Qualitaet erreicht werden konnte, sollte klar sein, weshalb das gelegentlich auftretende Rauschen an dieser Stelle nicht sonderlich ins Gewicht fallen soll. 9/10

Ton: Es gibt nur eine deutsche Tonspur im DTS-HD 5.1 Format. Andere Tonspuren gibt es vermutlich nicht, da es sich ohnehin um eine deutsche Produktion handelt. Untertitel sind ebenfalls keine vorhanden, was aber eigentlich nicht stoeren sollte. 
Die Musik kommt schoen klangvoll rueber und Christian Brückner's Stimme ist ebenso klar verstaendlich. Die Soundkulisse in den Waeldern bietet ebenfalls einige gute Eindruecke. Alles in allem ein recht guter Ton. 8/10

Extras: Leider nur eine Trailershow, schade. 1/10


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