Mittwoch, 1. Februar 2012

Review: Dark Planet - The Inhabited Island (2008) / Rebellion (2009)


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Plot:
2157 auf Saraksh, dem sternenlosen Planeten: die Bewohner leiden unter den verheerenden Folgen eines jahrelang andauernden Atomkriegs. Der Frieden ist alles andere als stabil und fünf unbekannte brutale Herrscher regieren den Planeten. Als der junge Maxim Kammerer das Weltall auf der Suche nach fremden Zivilisationen durchstreift, macht er eine Bruchlandung auf dem von Terror und Krieg zerstörten Saraksh…



Filmkritik:
[kann leichte Spoiler beinhalten]

Vorweg: Natuerlich wird hier die Originalfassung, bestehend aus zwei Teilen, bewertet, da die internationale Fassung tatsaechlich von urspruenglich insgesamt 228 Minuten auf mickrige 120 Minuten (!) komprimiert wurde. Differenzieren werde ich jetzt nicht zwischen den beiden Teilen oder den Fassungen.

Maxim bei seiner Lieblingsbeschaeftigung:
Bloed gucken & grinsen

Was fast jeder an diesem Film bemaengelt, ist, voellig zurecht, der Hauptdarsteller. Beinahe dauergrinsend laeuft er von Szene zu Szene.  
Gunnery Sgt. Hartman (R. Lee Ermey) aus "Full Metal Jacket" waere verbluefft, dass es noch schlimmer geht als bei seinem emehaligen Untergebenen Private Paula (Vincent D'Onofrio) - er haette dem jungen Russen ordentlich Beine gemacht und ihm sein Grinsen mit Sicherheit aus seiner Sunnyboy-Visage gewischt...
Ernst nehmen kann man Vasiliy Stepanov, der uebrigens nur mehr oder weniger durch Zufall zur Profession des Schauspielens kam, wirklich zu keinem Zeitpunkt. Damit sollte man sich so schnell wie moeglich abfinden.
Nach gut 15 Minuten Laufzeit hat man den Film schon fast abgehackt, bis die optischen Schauwerte durchkommen und wirklich eine beeindruckende futuristische und gleichermaßen heruntergekommene Stadtmetropole praesentieren. Nicht nur hier bekommt der Zuschauer wunderschoene Aufnahmen serviert, auch gibt es atemberaubende Naturaufnahmen, die einen nicht schlecht staunen lassen. Das Drumherum bzw. das Setting ist also groeßtenteils durchaus als gelungen zu bezeichnen, auch wenn manche Szenerien wiederum zu sehr durch schwaechere CGI-Technik gezeichnet sind (bspw.: Windpark, Luftschiff).


Abseits des talentfreien Hauptprotagonisten sollte man fairerweise erwaehnen, dass der restliche Cast durchaus zu ueberzeugen weiß und seine Momente hat. Großartige Leistungen lassen sich trotzdem keine finden, eher noch gelegentliches Overacting bei dem zweiten Hauptdarsteller, aber naja... wenigstens geht die deutsche Synchronisation in Ordnung, auch wenn staendig, wirklich in jedem dritten Satz, das Wort "Massaraksh!" faellt. Untertitel bzw. eine deutsche Uebersetzung gibt es dafuer offenbar keine.
Nach kurzer Recherche fand ich folgendes heraus: Es handelt sich offenbar um eine Eigenkreation der Autoren der Romanvorlage und es bedeutet in etwa "The World is inside out!". Es kann sowohl positiv als auch negativ konotiert sein. Im Groben also: "F*ck!" oder eben auch "F*ck, yeah!"... glaube ich.

Was die Story und die Erzaehlweise betrifft ist das auch wieder so eine Sache. Das Konzept ist auf jedenfall interessant und bietet sicher so Einiges, aber im Film wird das teilweise durch sehr holprige Dialoge, den schlechten Hauptdarsteller und der teilweise abgehackt wirkenden Erzaehlweise eindeutig geschmaelert.

Ein Beispiel (unwichtiger Spoiler):

Mak Sim, Maksim oder auch Maxim, darf man sich hier aussuchen, kommt in den Knast und unterhaelt sich mit zwei Verbuendeten ueber nichts Besonderes - Szenenwechsel zu irgendeinem Nebenplot - Szenenwechsel zurueck zu unserem Helden. Maxim ist urploetzlich mit seinen zwei Buddys ausgebrochen, wovon vorher nichtmal ansatzweise die Rede war. Verfolgt werden sie auch nicht. Sie kaempfen sich einfach nur ein wenig durch Waelder und Oedland. Wie sie dahin gelangt sind, weiß kein Mensch. Ein Ausbruch oder dergleichen wird auch nicht erwaehnt. Alles klar.
Davon gibt es dann oefter noch einige Momente, die den Zuschauer aehnlich verdutzt zuruecklassen.

Die Action kann dafuer aber zeitweise ganz gut ueberzeugen, wobei die Effekte mal richtig gut sind, dann aber auch mal wieder auf TV-Niveau, was doch recht schade ist, da man ja auch sieht, dass es besser geht. Vielleicht hat das Budget nicht ganz gereicht. Too bad. Abwechslung ist allerdings reichlich geboten. Action im Outback, in Waeldern oder auch in der Stadt gestalten das Ganze noch ganz interessant.


Das ist auch der Grund, weshalb trotz der ganzen Kritik, tatsaechlich keine Langeweile aufkam. Man kann sich diesen "huebschen Trash" ganz gut anschauen, obwohl die Laufzeit mit fast vier Stunden natuerlich enorm ist, wobei gerade im letzten Akt schon einige Subplots angerissen werden, dann aber irgendwie einfach links liegen gelassen werden. Kommt einem auch irgendwie spanisch vor.
Das Ende laesst einen ziemlich kalt, da nuetzt auch der letzte Twist nichts mehr, was aber am bereits angesprochenen Problem des Hauptakteurs liegt und man somit nicht ausreichend mitfiebert.

Was bleibt ist ein Film mit wirklich netten Aufnahmen, einer schicken Zukunftsmetropole und teilweise guten Effekten, aber eben auch viele Plotholes, daemliche Dialoge und einem hassenswerten Hauptdarsteller, der zudem noch aussieht wie ein Moechtegern-Anakin Skywalker. Auch wenn man sich jetzt sicher eine niedrigere Wertung vorgestellt haette: Mit viel gutem Willen noch 4.5/10.



Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Capelight:

Der Film kommt in einem aeußerlich sehr stabilen Jumbo-Steelbook (ohne FSK-Logo) daher, welches optisch auch einen netten Eindruck macht. Die innere Verarbeitung laesst leider etwas zu wuenschen uebrig. Alles etwas wackelig, nur aus billigem Plastik und keinerlei Artwork / Inlay oder dergleichen.

Bild: Meine Guete, hier hat Capelight aber was abgeliefert! Im positiven Sinne natuerlich. Bis auf verinzeltes Rauschen in den ersten Minuten ist das Bild nahezu tadellos. Eine klasse Schaerfe, die man sich bei einigen anderen Filmen nur wuenschen kann. 9.5/10

Ton: Auch hier ueberzeugt die Blu-Ray auf ganzer Linie und braucht sich keinesfalls verstecken. Der DTS-HD 7.1 Master reizt das System voll aus und es kommt ein tolles Raumgefuehl in passenden Szenen auf. Sprachen: Deutsch und Russisch, wobei letztere Spur nur im DTS-HD 5.1 Master vorhanden ist. Deutsche Untertitel sind ebenfalls vorhanden. 9/10

Extras: Es ist eine Bonus-DVD vorhanden, auf der sich eine Dokumentation ueber den Film befindet. Mit einer Laufzeit von ca. 47 Minuten wird nochmal ein ausfuehrlicher Einblick in die Dreharbeiten geboten. Zwischendurch werden immer wieder Darsteller und Crew interviewt. Wer also Interesse daran hat, so ist die Doku sicher einen Blick wert. 7/10




Bilder:
Eigene Screenshots

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