Montag, 26. April 2010

Review: Battle for Haditha (2007)

Regie: Nick Broomfield | Cast: Elliot Ruiz, Jase Willette u.a.

IMDb-Link



Plot:
Al-Haditha, Irak, eine Ansiedlung ca. 250 km nordwestlich von Baghdad. Seit dem Fall von Saddam Hussein 2003 ist die Stadt zum Zentrum gewalttätiger Auseinandersetzungen mit lokalen Rebellengruppen geworden. Doch als am 19. November 2005 ein Lance Corporal bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoy der U.S. Streitkräfte getötet wird, eskaliert die Situation. Während einer brutalen Vergeltungsaktion töten aufgebrachte U.S. Marines 24 irakische Zivilisten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder.


Ich hatte keine Erwartungen an diesen Film. Auch wusste ich nichts vom Regisseur oder den Schauspielern, wovon viele bisher nur in diesem Film mitspielten.
Ich war schon etwas verwundert ueber die Intro-Sequenz, die genauso gut aus einer x-beliebigen Dokumentation über den Irakkrieg kommen koennte.
Der Film ist als Episodenfilm zu bezeichnen, so werden hier drei Seiten gezeigt - die Amerikaner bzw. die US-Marines, die Irakischen Zivilisten und die vermeintlichen Terroristen, wenn man sie so nennen will.
In etwa die gesamten ersten 50 Minuten vermitteln dem Zuschauer die Ansichten der verschiedenen Menschen. Die Amerikaner, die aus diesem "Loch", wie es beschrieben wird, raus wollen und deren Probleme. Die Zivilisten, die einfach nur in Frieden leben wollen und in Angst vor sowohl Terroristen als auch Amerikaner leben müssen. Die Terroristen, die ihr Land bzw. die Stadt Haditha von ihren verhassten amerikanischen Besatzern befreien wollen.

Man kann in diesem Teil des Films eine ausgepraegte Bindung zu einzelnen Personen aufbauen, wobei man alle Seiten irgendwie verstehen kann - auch die "Terroristen". Es wird hier keinem ein patriotischer amerikanischer Kriegsfilm vorgesetzt, der die Amerikaner als Helden feiern will - ganz sicher nicht. Deutlich wird das, wenn die Bombe explodiert. In den Szenen, die sich danach abspielen herrscht eine unglaubliche Spannung und man ist voellig sprachlos und es bleibt einem erstmal die Spucke weg. Minder brutal geht es hier auch nicht zur Sache, vielleicht ist das auch nicht fuer jeden etwas. Permanente Action wie in Black Hawk Down sollte man hier jedoch nicht erwarten.
Im letzten Teil des Films koennen auch ein paar der weitgehend unbekannten Schauspieler stark ueberzeugen. Hier ist man hautnah dabei, wenn den Pro- bzw. Antagonisten klar wird, welches Leid sie eigentlich anrichten.
Nicht, dass sie sonst nicht ihr Talent aufweisen koennen, bloß gegen Ende zeigt sich dies besonders.
Außerdem ist hervorzuheben, dass der Film bis weilen wunderbar fotografiert ist. Besonders die Bilder aus weitem Winkel wissen sehr zu beeindrucken!

Alles in allem also ein aeußerst intensives, zum Nachdenken anregendes Kriegsdrama, der jedem zu empfehlen ist, der für die Thematik das entsprechende Interesse aufbringen kann, sich auch mit Hintergruenden vertraut machen will, nichts gegen einen etwas dokumentarisch angehauchten Stil hat und keine Daueraction erwartet. 9/10.


1 Kommentar:

Book of Ra kostenlos spielen hat gesagt…

War zwar nicht umbedingt ein Kracher, aber man konnte ihn sich allemal ansehen:)