Sonntag, 19. Oktober 2008

Review: Wolke 9 (2008)

Vor einigen Tagen erreichte mich die Anfrage von dot-friends.com, mir die Filme „Wolke 9“ und „Young@Heart“ kostenlos im Kino anzusehen, um darüber eine Rezension zu schreiben und diese dann in meinem Blog zu veröffentlichen. dot-friends arbeitet im Auftrag der Senator Entertainment
Vielen Dank, dass ich an dieser Aktion teilnehmen durfte.


Wolke 9 Plot-Details:
Die fast 70jährige Inge (Ursula Werner) ist seit 30 Jahren mit Werner (Horst Rehberg) verheiratet. Glücklich. Zufrieden. Eingespielt. Sie ist Schneiderin, sie verdient damit noch immer etwas Geld. Und sie lernt damit zufällig Karl (Horst Westphal) kennen, 76 und allein stehend. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Leidenschaft. Geborgenheit. Sex. Damit habe sie nicht mehr gerechnet, sagt sie. Und es solle ein Geheimnis bleiben, rät ihr die Tochter. Doch Inge kann ihrem Mann nicht länger in die Augen schauen, sie muss ihm die Wahrheit sagen.

Regie: Andreas Dresen | Cast: Ursula Werner, Horst Westphal, Horst Rehberg, Steffi Kühnert u.a.

Mit "Wolke 9" geht Regiesseur Andreas Dresen ("Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon") ein brisantes Thema an, fuer Einige wird dies sicherlich auch einige Tabus brechen. Und zwar: Alte Menschen haben Sex. Viele gestehen aelteren Menschen sicherlich nicht einmal mehr eine Sexualität zu - Dresen fuehrt einem hier klar vor Augen das dem nicht so ist.

Man muss sich selbst vorher wirklich auf den Film bzw. das, was man zu sehen bekommt irgendwie einlassen, da es einfach ungewoehnlich ist zu sehen wie zwei alte, faltig-fleckige Koerper sich so "lieben" und es uns so schonungslos praesentiert wird. Respekt gebuehrt dabei den Schauspielern, sich trotz ihres Alters, so huellenlos zu praesentieren. Das kann den Zuschauer zurecht schon einigermaßen verblueffen.
Das ist es jedoch nicht unbedingt, worauf man seinen einzigen Fokus legen sollte, auch wenn verhaeltnismaeßig viele Sexszenen vorhanden sind. Dresen will deutlich machen, dass "die alten Menschen" nur aufgrund ihres Alters kein langweiliges "Restleben" fuehren muessen.  Der Story haetten zu Beginn jedoch sicherlich 2, 3 weniger Sexszenen gut getan, da sich so gewisse Laengen breit machten.
In Wolke 9 haben die Hauptprotagonisten Inge und Karl ihre Lebensenergie wiedergefunden und fuehlen sich glatt 50 Jahre juenger, was einfach eine gewisse Sympathie fuer diese Charaktere mit sich bringen kann. Was den Charakteren leider nicht ganz zu veruebeln ist, ist die Tatsache, dass die (weitesgehend am Set abgemachten) Texte bzw. Dialogstellen des Oefteren sehr holprig daherkommen und dadurch etwas unecht wirken, was aber sicher nicht ueberall der Fall ist.
Wiederum kann Ursula Werner als Inge insofern sehr ueberzeugen, dass sie die Verzweiflung und Ratlosigkeit ausgezeichnet widerspiegeln kann, in die sie geraet, als sie sich Karl immer mehr naehert und oeffnet. Da, sie damit nicht klarkommt und Werner, ihrem Mann, alles gesteht verkommt es zu einer menschlichen Tragödie. Hier ist es nicht, wie in anderen typischen Liebesdramen, eine junge Liebe die eventuell zerstoert wird, sondern eine ganze Lebensgeschichte - 30 Jahre Ehe. Das bringt wesentlich mehr Dramaturgie in den Film als es in einer ueblichen, dramatischen Romanze der Fall waere.
So exzellent Ursula Werner die Rolle der Inge auch darstellt, man wird das Gefuehl nicht los, dass der Film sich zu sehr auf Inge fixiert, was einen faden Beigeschmack mit sich bringt, wo die anderen Schauspieler doch sicherlich auch zu ueberzeugen wissen und mehr haetten zeigen koennen.

So bleibt ein ungewoehnlicher Film zurueck, der einigermaßen erfolgreich versucht sich von ueblichen Filmen des Genres abzuheben, was er allein aufgrund des Plots schon schafft. Das Ende scheint jedoch zu typisch und bietet leider zu wenig Inovation um dem Rest des Films gerecht zu werden.

7 von 10 Punkten.

1 Kommentar:

BelliCus hat gesagt…

kann noch son toller film sein...nein das guck ich mir im leben nicht an :S
aber netter post :D