Samstag, 28. Januar 2012

Review: Attack the Block (2011)

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Plot:
Auf dem Nachhauseweg wird die angehende Krankenschwester Sam in einem Viertel in Süd-London mitten auf einer einsamen Straße von einer Gang maskierter Jugendlicher umstellt. Gewalt liegt in der Luft - und explodiert doch ganz anders als erwartet: Ein Meteorit schlägt direkt neben den Kids in einem Auto ein. Während Sam fliehen kann, wird die völlig überraschte Gang von einem blutrünstigen Alien attackiert. Mit vereinten Kräften können die Kids zurückschlagen und den außerirdischen Angreifer zur Strecke bringen. Doch zum Triumphieren bleibt keine Zeit, denn ein regelrechter Meteoritenhagel über London kündigt an, dass die Invasion jetzt erst richtig beginnt ...


Filmkritik:
[kann leichte Spoiler beinhalten]

Joe Cornish - Den Mann kannte man vor "Attack the Block" nicht wirklich. Als Zombie wurde er mal vor acht Jahren in "Shaun of the Dead" erschossen und in "Hot Fuzz" hatte er eine kleine Nebenrolle inne. Vielleicht sieht man ihn auch noch im letzten Teil der sogenannten "Blood & Ice Cram Trilogy". Vorher gibts aber seinen ersten Spielfilm, der eine aehnliche Gangart wie die beiden zuvor genannten Filme pflegt. 
Man sollte aber vorsichtig sein, denn die Qualitaet der Filme von Edgar Wright erreicht Cornish nur sehr selten, was den Eindruck aber nicht sonderlich schmaelern soll, denn wenn man die Erwartungen schlichtweg ein wenig zurueckschraubt, unterhaelt "Attack the Block" immer noch sehr.

Was bei einer britischen Komoedie, wie dieser oft besonders wichtig ist, ist der Original-Ton. Die deutschen Sprecher an sich sind in Ordnung, aber der Ghetto-Slang wirkt gelegentlich zu kuenstlich und man merkt, dass die Witze auf Englisch besser rueberkommen wuerden, weshalb man auch unbedingt auf die englische Fassung zurueckgreifen sollte - deutsche Untertitel sind bei den Heimkino-Veroeffentlichungen jedenfalls dabei.

Dass der Film mit einem ca. 13 Millionen US-Dollar verhaeltnismaeßig gering dotiertem Budget aufwartet, faellt nur selten auf, denn die optischen Schauwerte wissen durchaus zu ueberzeugen. Die haarigen Aliens, im Film auch bezeichnet als "Wolf-Gorilla-Motherfucker-Aliens", bieten natuerlich nicht gerade die gleiche Faszination wie ein "Predator" oder eben ein "Alien" aus der gleichnamigen Filmreihe, auch wenn sich hier eine kleine Huldigung findet, aber man gewoehnt sich an die Biester mit ihren leuchtenden Beißern, wenngleich etwas Abwechslung nicht geschadet haette. Zumindest sorgen diese des Oefteren fuer den ein oder anderen Moment, indem auch mal Gore zum Einsatz kommt und etwas Blut spritzt, wovon es aber noch mehr haette geben koennen. Hier war man nicht konsequent genug.

Die fast allesamt jugendlichen Darsteller machen zusammen einen soliden Eindruck, sorgen hier und da fuer ein paar Lacher und man fiebert in Actionsequenzen mit ihnen mit, wird aber auch nicht sonderlich mitgerissen, wenn es mal einen erwischt - es ist einem egal. Daneben hat Nick Frost ("Shaun of the Dead", "Paul - Ein Alien auf der Flucht", "Hot Fuzz") eine Nebenrolle als dauerbreiter Kiffer, der, wie gewohnt, durch seine lockere Art einen großen Anteil an Sympathie einheimsen kann. Er sorgt ebenfalls fuer einige amuesante Einlagen, die es von den anderen Akteuren auch ruhig oefter geben koennte. Der Humor bleibt an manchen Punkten etwas auf der Strecke, was etwas schade ist, da man im Voraus einen Film erwartet, der in den gleichen Gefilden unterwegs ist, wie die bereits eingangs erwaehnten beiden Hochkaraeter und somit durch mehr schwarzen Humor punktet.
Dafuer geht es jedoch immer zur Sache und der Film legt ein unglaubliches Tempo an den Tag, sodass die Laufzeit von nichteinmal 90 Minuten wie im Flug vergeht. Verfolgungsjagden, Schießereien und Kaempfe auf engstem Raum lassen dem Zuschauer keine Zeit zum Luftholen und machen einfach irre viel Spaß. 
Gluecklicherweise wurde kein romantischer Subplot oder dergleichen eingebaut, der den Film nur unnoetig ausbremsen wuerde. Man hat sich hier einfach auf das Wesentliche konzentriert: in kurzer Zeit moeglichst viel Spaß haben. 
Dass es sich bei den Jugendlichen eigentlich um Kriminelle aus dem Ghetto handelt wird nicht weiter thematisiert - auch nicht, dass diese letztendlich zu Helden werden. Wieso sollte man auch diesen spaßigen Ritt mit Sozialkritik verderben? Es handelt sich schließlich nicht um einen anspruchsvollen Film, der eine besondere Botschaft vermitteln moechte - da kann man sich vielleicht lieber "Harry Brown" mit Michael Caine anschauen.


"Attack the Block" ist neben anderen Filmen, die in letzter Zeit fremde Spezies auf den Planeten Erde losließen, etwa "Cowboys & Aliens" oder "Battle Los Angeles" eindeutig die beste Wahl. Da konnte das hohe Budget der Hollywood-Produktionen und die Starpower auch nicht ueber diesen Fakt hinwegtaeuschen. Joe Cornish ist somit ein extrem kurzweiliger, sehr spaßiger Film gelungen, der in einer geselligen Runde, wo das Bier nicht fehlen sollte, ordentlich Laune macht! 7/10



Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Capelight:
Amaray mit Wendecover

Bild: Fast durchweg ein sehr gutes und scharfes Bild. Der Schwarzwert ist ebenfalls die meiste Zeit ueber sehr gut, nur manchmal etwas blass und ein wenig zu hell. Gelgentlich nimmt die Schaerfe kurz etwas ab, sodass nicht durchweg HD-Feeling garantiert ist, aber im Großen und Ganzen geht das Bild mehr als in Ordnung. Format: 2,35:1 / 1080p. 8/10

Ton: Ton liegt sowohl im englischen (DTS-HD Master 5.1) als auch im deutschen (DTS-HD Master 7.1) vor. Schade, dass die der englische Ton nicht auch in 7.1 vorliegt, wo sich dieser Film im Original so anbietet. Bei beiden Varianten geht der Ton auch hier mehr als in Ordnung, Klaenge sind klar und Baesse kommen ebenfalls wuchtig rueber. 9/10

Extras: Hier gibts auch massig zu sehen und zu hoeren. Drei Audiokommentare und fuenf verschiedene Featurettes: Behind the Block, Creature Feature, Meet the Gang, It's a Rap, Unfilmed Action. Dazu natuerlich die obligatorische Trailershow. Gibt also noch viel nach dem Film zu sichten. 7.5/10



Bilder:

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