Dienstag, 22. November 2011

Review: Saint (2010)




Plot:
Advent – Zeit der Beschaulichkeit? Nicht für Inspektor Goert. Vor 32 Jahren wurde er in der Nacht zum 6. Dezember Zeuge eines grausamen Massakers, während dessen ein berittener Sankt Nikolaus und seine teuflischen Handlanger Goerts gesamte Familie zerstückelten. Jahrzehnte schon befasst sich der mittlerweile als einfacher Polizist Wache schiebende Mann damit, den Spuren jener mythischen Bestie zu folgen. Und nun, wo der Feiertag erstmals wieder im Zeichen des Vollmonds steht, mehren sich die Anzeichen auf eine Rückkehr des unseligen Bischofs. Natürlich hat niemand je dem Inspektor die verrückte Geschichte geglaubt. Als es jetzt den jungen Frank erwischt, der erleben muss, wie der Nikolaus persönlich seine Clique abschlachtet, ist dies das Signal für Goerts langersehnten Einsatz! Entschlossen blasen die beiden ungleichen Schicksals-genossen zur letzten Jagd auf den Todespatronen.


Filmkritik:
[kann leichte Spoiler enthalten]

Kommenden Sonntag haben wir bereits den 1. Advent - schon! Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug, unheimlich ist das. Jedenfalls gehts dann auch langsam los mit vorweihnachtlichen Filmen, die man wieder ausgraebt oder auch im TV schaut. Vor kurzem habe ich schon "Die Glücksritter" (OT: Trading Places) im Fernsehen gesehen - ein wirklicher Klassiker, den ich mir neben einigen anderen Filmen dieser Gangart immer wieder um diese Zeit anschaue. Dazu gehoeren uebrigens auch "Kevin - Allein zu Haus" + Nachfolger "Kevin - Allein in New York", "Schöne Bescherung" oder der Klassiker "Ist das Leben nicht schön?". Daneben gibt es auch die Vertreter, die sich gar nicht direkt mit der Thematik beschaeftigen, sondern das Weihnachtsszenario nur im Hintergrund bedienen, wie z.B. der Klassiker "Stirb Langsam". Zu meinen Favoriten gehoert jedoch ohne Frage ein ganz großer Film. Bitterboese, voll schwarzem Humor - die Rede ist von "Bad Santa" - der wird vermutlich jeden Adventssonntag einmal geschaut! Da komm ich nicht drum rum.

Neben diesen verschiedenen Filmen, die sich alle mehr oder minder der besinnlichen Zeit widmen, gibt es auch die Art Filme, die das Fest etwas umkehren. Hier wird der Weihnachtsmann ("Santa's Slay", "Rare Exports") oder z.B. der Schneemann ("Jack Frost") zum absoluten Boesewicht. So auch in diesem Film, nur dass es hier um den guten Nikolaus geht, der in Dick Maas' "Saint" als tobender Zombie-Verschnitt wiederkehrt, um sich immer wieder auf's Neue zu raechen.

 

Der Ansatz der Geschichte wird gut erklaert und es zeigt sich, dass der gutmuetige Nikolaus hier vollkommen auf der Strecke bleibt. Traditionen wie den Stiefel vor die Tuer stellen werden vollkommen umgekrempelt - hier wird der Nikolaus mit Gaben besaenftigt, damit er seine saditistische Ader ja nicht ausleben kann und seine Mannen auf die Bewohner hetzt, um Chaos zu stfiten. Derartige Braeuche oder Gewohnheiten werden hier des oefteren mit dieser schwarz-humorigen Note auf die Schippe genommen. 
Das weiß durchaus zu gefallen, merkt man aber auch, dass in den Niederlanden das Nikolaus-Fest wohl etwas ausgepraegter gefeiert wird, als hierzulande. Das soll zumindest den deutschen Zuschauer aber nicht weiter stoeren, wissen wir schließlich worum es im Großen und Ganzen geht. In den USA wird St. Nikolaus hingegen gar nicht gefeiert (außer in wenigen Staedten, die stark von deutschen EInwanderern gepraegt wurden), hier gibt es ansonsten nur die Erfindung von Coca Cola - den Weihnachtsmann, der uebrigens erst Cola-Claus hieß. Die Amis koennten sich also etwas schwerer mit dem Thema tun, worauf sogar kurz im Film verwiesen wird - netter Einwurf.

Dass der Film nun in keiner Weise ernst genommen werden muss, sollte sich bei der Story selbst verstehen. Dick Maas liefert hier einen sehr kurzweiligen Spaß mit einigen Splattereinlagen und amuesanten Nuancen ab. Leider bleibt der Humor ab und an etwas auf der Strecke und man vermisst die Witze - auch waehrend einiger Splatterszenen. Das ist in der Tat etwas seltsam, aber vielleicht liegt das auch an der deutschen Synchronisation, die sonst eigentlich ganz ordentlich war. Ferner gibt es auch den ein oder anderen Gag, der deutlich uebertrieben ist und Gedanken wie "Jetzt wirklich?" aufkommen laesst. Zum Glueck ist das nur zwei, drei Mal der Fall. 


Die etwas brutaleren Szenen haben dagegen durchaus ihren Unterhaltungswert und sind nett anzusehen, besonders fuer Genrefans. Die 16er-Freigabe wundert mich tatsaechlich etwas, da hab ich schon weniger brutale Filme gesehen, die mit dem roten Flatschen abgestempelt wurden. Schließlich werden hier zuhauf Gliedmaßen abgetrennt, Koepfe abgeschlagen oder Gegner durchbohrt.

Zur Inszenierung laesst weiterhin sich sagen, dass Maas seinen Job hier wirklich zufriedenstellend erledigt hat. Die winterliche Atmosphaere kommt in den beiden Rueckblenden und allgemein in den naechtlichen Szenen klasse rueber. Da will man sich direkt den ersten Gluehwein genehmigen. 
Darueber hinaus baut sich, trotz der flotten Erzaehlweise, von Zeit zu Zeit echte Spannung auf. Auch wenn diese auf gaengigen Klischees basiert (drohende Stimmung, Protagonist schoepft Verdacht und prueft die Lage), wirkt dies nicht zwingend laecherlich, aufgrund der stimmigen Atmosphaere.
Actionmaeßig kommt der geneigte Zuschauer ebenfalls auf seine Kosten, auch wenn die CGI-Effekte nicht immer erste Sahne sind und diese ab und zu einen etwas zu offensichtlich animierten Eindruck hinterlassen. Trotzdessen macht es Spaß den wutentbrannten Nikolaus auf seinem Pferd, gejagt von Polizisten, ueber die Daecher des heutigen Amsterdam reiten zu sehen.


Der Nikolaus sieht zudem klasse aus. Herrlich duester, sogar das Pferd ist ein echtes Biest. Die Gehilfen sehen in Relation dazu leider eher schlecht als recht aus, aber zum Glueck stehen sie nicht allzu stark im Fokus.
Was die fuehrenden und Nebencharaktere anbelangt, so wird man hier auf nichts Besonderes stoßen. Typische Teenies, wie man sie schon hundertfach in Filmen gesehen hat und den einen Alleingaenger, dem keiner zuhoeren will, obwohl er der Einzige ist, der den Dreh raus hat.

Fazit:
Hat sich der Film als boesartiger, vorweihnachtlicher Slasher nun behaupten koennen? Grob gesehen: Ja. Abzuege gibt es lediglich, aufgrund des teilweise mangelnden Witzes und der zu blassen und einfarbigen Charaktere. Ansonsten kann man diesen kurzweiligen Spaß vorbehaltlos empfehlen, wenn man sich einfach mal berieseln lassen moechte. 6.5/10

Nun bleibt abzuwarten, wie es sich mit dem finnischen "Rare Exports" verhaelt und ob dieser besser oder schlechter abschneidet.



Zur Blu-Ray von WVG Medien GmbH / Entertainment One:
Amaray ohne Wendecover

Bild:  Die Schaerfe ist in vielen Szenen wirklich 1A und es kommt echtes HD-Feeling auf, aber dann und wann verringert sich diese auch etwas, was schade ist. Die Kontraste sind gut, wie auch der Schwarzwert. Format: 1,78:1 (1080p). 8/10

Ton:
Es gibt eine deutsche, niederländische und französische Tonspur, die jeweils DTS-HD Master Audio 5.1 codiert sind. Klangmaeßig ist alles gut verstaendlich. In den Action-Szenen wissen die Soundeffekte durchaus zu ueberzeugen, wenngleich der Wow-Effekt ausbleibt. 7,5/10

Extras: Als Bonusmaterial gibt es lediglich ein paar Trailer und ein Making-Of, welches aber auch nur okay ist. 3,5/10


An dieser Stelle herzlichen Dank an die WVG Medien GmbH fuer das Rezensionsexemplar!


Bilder:

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