Dienstag, 13. März 2012

Review: Gantz – Die ultimative Antwort (2011)

Regie: Shinsuke Sato | Cast: Kazunari Ninomiya, Ken'ichi Matsuyama, Yuriko Yoshitaka
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Gantz 2 Die Ultimative Antwort Poster Cover

Plot:
Vor fünf Monaten wurde Kato im Kampf gegen die Aliens getötet. Sein Freund Kei aber ist weiter im gnadenlosen Spiel der mysteriösen Kugel GANTZ gefangen. Wenn er genug Punkte sammelt, kann er Kato wieder ins Leben zurückholen. Dabei geht der Kampf gegen die brutalen Aliens in Menschengestalt weiter. Doch dann wird ein neues perfides Spiel eröffnet: Die junge Eriko erhält eine Mini GANTZ Kugel. Von dieser bekommt sie den Auftrag, vier Menschenleben auszulöschen. Auch Keis Freundin Tae steht auf der Liste.

 

“Die Ultimative Antwort” ist nun schon der zweite Live-Action-Film zum gleichnamigen populären Manga. Die Mangas habe ich nicht gelesen, dafür aber den Anime zu gewissen Teilen gesehen.
Vorweg also kurz etwas zum ersten Film “Gantz: Spiel um dein Leben”: Man kann sagen, dass sich der erste Film einigermaßen an die Vorlage hält, auch wenn einige Inhalte recht schnell abgehandelt wurden. Die Action konnte überzeugen und der aus dem Anime bekanntermaßen hohe Gewaltgrad war akzeptabel. Die Effekte wurden gut umgesetzt und wirken nur selten etwas pragmatisch. Leider gab es oft nicht nachvollziehbare Handlungsweisen der Charaktere, die das Bild doch recht uneben erscheinen ließen. Insgesamt bot der Film gute Unterhaltung und machte aufgrund der interessanten Story durchaus Lust auf mehr.

 

Filmkritik:
[kann minimale Spoiler enthalten]

Konnte der Nachfolger die Erwartungen erfüllen? In Japan zumindest war der Film, wie auch sein Vorgänger, ein absoluter Kassenerfolg. Nun, wie verhält es sich also mit der Qualität des Films? Meiner Meinung nach konnte der Film das interessante Grundgerüst nicht besonders gut fortsetzen, um nicht zu sagen: Der Film war bestenfalls gerade noch Durchschnitt, wenn überhaupt. 
Gantz Die ultimative Antwort 3
Eines der größten Probleme des Films besteht darin, dass fast keine der im ersten Teil aufgeworfenen Fragen beantwortet werden. Was ist Gantz? Woher kommen die Aliens? Wieso müssen sie getötet werden? Stattdessen werden einfach neue Charaktere in den Pott geworfen. Dazu eine fragwürdige neue Handlung, die sich von oben genannten Fragen schön entfernt und nur weitere Fragen aufwirft, was diesmal allerdings eher negativ zur Geltung kommt. Hinzu kommt die ungemein lange Laufzeit von 135 Minuten, die das ganze zuweilen ungemein dehnt, was Langeweile aufkommen lässt.

Gantz Die Ultimative Antwort 2 
Daneben gibt es aber auch unterhaltsame Actionparts mit netten Special-Effects, die erfrischend anders daherkommen. Diese kommen teilweise überraschend kompromisslos daher. In beispielsweise einer Szene im Zug, als eine Gruppe Aliens gegen die vermeintlichen Helden kämpft, werden unglaublich viele Zivilisten einfach durch mehrere Schuss-Salven... nunja.. niedergemäht.
Die Kämpfe, sei es mit Samuraischwert oder Feuerwaffe, sind rasant in Szene gesetzt, sehr kurzweilig und können neben den drögeren Passagen, in denen verzweifelt versucht wird eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufzubauen, gut unterhalten. Zudem macht der ansprechende Look des Films in seinem Science-Fiction Gewand stets etwas her, wie bereits im Vorgänger.
Komme ich aber zu einem weiteren Problem des Films. Einige Schauspieler neigen zu immensem Overacting, wobei die deutsche Synchronisation, die sich eher auf durchschnittlichem NiveauGantz Ultimative Antwort 1 befindet, dazu sicher noch etwas beigetragen hat. Jedenfalls wirken fast sämtliche Passagen, in denen man die Beziehung(en) zwischen den Figuren intensivieren will, zu aufgesetzt und unglaubwürdig. Ferner nimmt man einigen Schauspielern ihre Rolle auch in keinster Weise ab – der ermittelnde Polizist sieht zum Beispiel eher aus wie ein junger Student mit künstlich wirkendem Bart als ein professioneller Kriminalbeamter.

Nach dem fragwürdigen und etwas kitschigen Ende stellt sich die Frage, die auch während des Films schon auftrat: Was sollte das jetzt? Ich weiß es nicht. Gute Actioneinlagen hin oder her, der Film ist leider Gottes keine wirkliche Fortsetzung, denn man will offenbar gar nicht erst auf irgendwelche Aspekte des Vorgängers eingehen, was verdammt schade ist. So bleibt nur noch ein unnötiger Film mit ein paar netten Szenen und der Grundprämisse des Mangas bzw des Animes über. 4.5/10

 

Zur DVD: Die deutsche DVD von Sunfilm kommt im Amaray mit Wendecover daher. Enthalten ist die deutsche wie auch die japanische Tonfassung, welche ich im Nachhinein definitiv empfehle – deutsche Untertitel sind vorhanden. Als Extras findet man ein kurzes Making-Of und eine Trailershow vor.


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Freitag, 9. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [10/12]


Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

Möbius Short Film 

"Möbius"

von Vincent Laforet aus dem Jahr 2010 | Sprache: Englisch, Spanisch | Laufzeit mit Abspann: 11:17 Min - ohne Abspann: 09:23 Min

Heute mal ein Kurzfilm, der sich dem mittlerweile bekannten Möbius-Effekt als Thema annimmt, wie der Titel es vielleicht vermuten lässt. Wer weiß was dieser Effekt bedeutet, der hat natürlich schon eine gewisse Ahnung in welche Richtung es gehen wird bzw. wie der Film vielleicht enden wird. Dazu will ich hier nichts spoilern. ;) Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn das Interessante ist immer, wie man vom Ausgangspunkt zum Ende gelangt, nicht der eigentliche “Twist” gegen Ende. Meiner Ansicht nach kann man viel aus der Thematik rausholen und die Verarbeitung ist immer wieder interessant. David Lynch hat sich mit seinem “Lost Highway” ja ebenfalls schon der Thematik angenommen – mehr als gelungen.
Der Kurzfilm weißt eine außerordentliche Optik auf und wirkt wie eine professionelle Big-Budget und steht somit den Hollywood-Produktionen in absolut nichts nach. Inhaltlich wie technisch bewegt man sich also auf sehr hohem Niveau – seht selbst.

 

Plot:

It deals with a photojournalist who stumbles upon a cartel execution and supernatural events in the the "Zone of Silence" in Mexico.


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view


Hier gibt es noch ein Behind the Scenes Video.

Mittwoch, 7. März 2012

Alte neue Poster zu neuen alten Filmen im Retrolook

Wat fürn Ding?! 
Die Poster sollten selbsterklärend sein, aber nochmal zum mitschreiben: Hier wurde aus aktuellen Filmen eine Reihe von Postern erstellt, die zeigen, wie sie ausgesehen hätten, wenn sie zu damaligen Zeiten (z.B. den 50s) ausgesehen hätten.
Statt einem Ryan Gosling sieht man hier bspw. James Dean in DRIVE oder Frank Zappa statt Jeff Bridges in THE BIG LEBOWSKI. Ebenfalls wäre es durchaus interessant, wenn Dean Martin, Jack Lemmon und Jerry Lewis die Rollen der drei Chaoten aus THE HANGOVER eingenommen hätten.
Geniale Idee jedenfalls. Check the awesome:

 

drive poster james dean retro

 

big lebowski poster frank zappa retro fifth element fünfte element poster sean connery retro

hangover poster dean martin retro 

Ein paar mehr findet man noch auf collider.

Freitag, 2. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [09/12]

Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

"The German"

von Nick Ryan aus dem Jahr 2008 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 05:53 Min - ohne Abspann: 04:48 Min

Heute aus besonderen Gruenden besonders wenig Zeit, daher mach ichs Kurz: Toby Kebbell – kennt ihr aus "Rock’n’Rolla", "Control" oder "The Veteran" – spielt in diesem netten Kurzfilm einen britischen Piloten, der zielstrebig einen Deutschen verfolgt. Mit einem Budget von ca. 70.000 € realisiert, wobei das alles für die Live-Action Szenen draufging. Wie man die restlichen Aufnahmen realisierte, so ganz ohne Budget (?), weiß Gott wie, oder es steht irgendwo, aber wie gesagt: keine Zeit heute. Have Fun, Film ist gut! ;)

 

Plot:

A British fighter pilot pursues the german ace that shot down his friend across sky and country... with murder in mind. But he discovers it's not so easy to kill a man when you have to look them in the eye


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

Film-Homepage: www.thegermanmovie.com

Dienstag, 28. Februar 2012

Kurzreview: "Redline" (2009)

Regie: Takeshi Koike | Cast bzw. Synchronsprecher: Takuya Kimura (Jaron Löwenberg), Yû Aoi (Antje von der Ahe) u.a.
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Redline Poster

Plot:

Alle fünf Jahre findet das härteste und mörderischste illegale Rennen des Weltalls statt: REDLINE. Nur die verrücktesten und verwegensten Fahrer nehmen an diesem Asphalt-Battle teil, so wie JP – ein „Vollkaskonaut“, ein leichtsinniger Draufgänger, dessen spezialangefertigte „TransAm.“ ihm bei den extremen Geschwindigkeiten immer wieder um die Ohren fliegt. Eine seiner Gegnerinnen ist Sonoshee, ein heißer Feger, entschlossen zu tun was auch immer nötig ist, um beim REDLINE auf dem Siegerpodest zu stehen. Vereint im Finale, Kühler an Kühler gereiht, sitzen die abgefucktesten Fahrer in ihren asphaltschmelzenden Maschinen und warten … und dann geht es los!

 

Filmkritik:

Redline still - JP Dieser Anime (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, schundigen Liveaction-Film aus dem Jahr 2007, der nichts mit diesem Werk zu tun hat) bietet Eyecandy vom feinsten und das auch noch im Cyberpunkt-Bereich! Allein dafür gibt’s schon einen dicken Sympathiebonus.
Was ebenfalls verdammt sympathisch daherkommt, ist die Figurenzeichnung. Nicht nur der Protagonist, J.P., ist unglaublich cool und erinnert zuweilen an Spike Spiegel (vielleicht bloß nicht ganz so abgebrüht) aus der legendären Serie "Cowboy Bebop" von Shinichirō Watanabe, sondern selbst die Nebencharaktere versprühen das gewisse Etwas, weisen gewisse Züge auf, die sich einprägen und verkommen nicht nur zu irgendwelchen Füllfiguren, deren Namen man sich während des Films eh nicht merken kann/will, was leider viel zu oft vorkommt.

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Die Action ist, wie es sich für ein derart überdrehtes Rennspektakel gehört, rasant inszeniert und wenn diese erst mal anfängt, so wird das auch nonstop durchgezogen, sodass man bald von einer unglaublichen Bilderflut überrollt wird. Da macht das Zuschauen wirklich einen riesen Spaß.
Natürlich ist alles unglaublich übertrieben und man reizt hier wirklich so Einiges aus, aber das fällt keinesfalls negativ ins Gewicht, da die Inszenierung ebenso abgefahren daherkommt, auch wenn so manch eingespielter Theme-Song zu gewissen Charakteren etwas sehr beknackt erscheinen mag.

Falls jemandem der Zeichenstil bekannt vorkommt, mag eventuell daran liegen, dass Regisseur Takeshi Koike sich für einen der "Animatrix" Kurzfilme ("World Record") verantwortlich zeichnet, den ihr auch auf YouTube schauen könnt, wenn ihr diesem Link folgt. Als Schreiberling ist zudem noch Katsuhito Ishii involviert, Regisseur der Anime Sequenz aus "Kill Bill Vol. 1" von Quentin Tarantino.
Redline Still

Der ganze Film wirkt wie ein extremer, temporeicher und kurzweiliger Trip, der so wahnsinnig schnell vorbeigeht, dass es fast schon wieder ein bisschen schade ist. In den knapp 100 Minuten hat man dafür einen Heidenspaß, ohne dass auch nur irgendeine Länge aufkommt. Allerdings ist man vom japanischen Animationsstudio Madhouse ("Das Mädchen, das durch die Zeit sprang", "Paprika", "Tokyo Godfathers" uvm) mittlerweile auch einen hohen Qualitätsstandard gewohnt. 
Meiner Ansicht nach hätte der Stoff sicher gut mit einer Serie fortgesetzt werden können. Das Potenzial wäre durchaus vorhanden gewesen. Das soll den Eindruck im Hinblick auf den Film aber keineswegs schmälern, denn es kommt einem Film doch sehr zu gute, wenn man anschließend noch mehr von den Charakteren und der Action sehen will. 8.5/10


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Bilder:
red-line.jp
Eigene Screenshots

Freitag, 24. Februar 2012

Awesome Short Film zum Freitag [08/12]


Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

awesome short film - out of a forest 

"Out of a Forest"

von Tobias Gundorff Boesen aus dem Jahr 2010 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 05:53 Min - ohne Abspann: 04:48 Min

Der Däne Tobias Gundorff Boesen hat mit diesem Kurzfilm seine Bachelorarbeit abgelegt. Gedreht wurde in den dänischen Wäldern, was laut Regisseur einige Probleme mit sich brachte, wenn es zu nächtlichen Stop-Motion-Aufnahmen kam. Die Mühe scheint sich aber bezahlt gemacht zu haben, denn das Ergebnis besticht durch einen besonderen Charme und viel Liebe zum Detail. Der Erfolg zeichnet sich auch an den vielen gewonnenen Preisen ab (eine Übersicht gibt’s auf der Vimeo-Seite zum Film). Unterlegt wird das Ganze durchgängig von der Band The National und ihrem Song “Slow Show”.

 

Plot:

Eine Kaninchen-Familie feiert in einem Wald, unter einem großen, mit Lichtern geschmückten Baum eine Geburtstagsfeier. Einer scheint jedoch fest entschlossen die traute Stimmung zu kippen…


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

 

Donnerstag, 23. Februar 2012

Film- / Serienreview: "Sherlock - Eine Legende kehrt zurück" Staffel 1

Creator(s): Mark Gatiss, Steven Moffat | Cast: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman
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Sherlock staffel 1 poster blu-ray front cover

 

 Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) meldet sich zurück und ist jünger und energetischer denn je! In der ebenso originellen wie spannenden Neuauflage des klassischen Stoffes nach Sir Arthur Conan Doyle begibt sich Holmes mit Smartphone und Notebook bewaffnet auf große Verbrecherjagd im London des 21. Jahrhunderts. Unterstützung erfährt er in Dr. John H. Watson (Martin Freeman, „Hot Fuzz“), einem posttraumatisierten Kriegsveteranen, der Holmes bei dessen Ermittlungen nicht von der Seite weicht.

 

Mit der britischen Serie “Sherlock” hat man mit etwas Altem mal etwas angenehm Frisches geschaffen. Der weltbekannte Detektiv und sein Kollege Watson machen eine Zeitreise ins 21. Jahrhundert – dabei werden viele bekannte Gepflogenheiten, die man von den Charakteren bereits kennt, ebenfalls ins Hier und Jetzt transportiert. Sherlock Holmes raucht keine Pfeife, er benutzt Nikotinpflaster. Watson schreibt statt eines Tagebuchs einen Blog. Das kommt schon ganz amüsant rüber, wenn man das so sieht.

Den von Robert Downey Jr. verkörperten Sherlock kann Benedict Cumberbatch (“Dame König As Spion”, “Gefährten”) mit seiner Leistung in der Serie locker in die Tasche stecken. Er ist sarkastischer, scharfsinniger, witziger, ohne ins Alberne abzudriften und hält sich, trotz des Zeitsprungs, näher an Arthur Conan Doyle’s ursprünglichem Holmes. Die Analysen des Meisters suchen seinesgleichen und begeistern jedes Mal wieder aufs Neue und lassen den Zuschauer oft vor lauter Staunen letztlich nur noch mit einem Schmunzeln zurück.

sherlock und watson - serie
So, wie man die Rolle in der Serie zu sehen bekommt, kann man dazu neigen einen Vergleich zu Hugh Laurie’s Dr. House zu ziehen, was nicht völlig abwegig ist, so haben beide einen ausgeprägten Hang zum Sarkasmus, halten sich für äußerst intelligent (was, ja nicht abwegig ist) und werden von dem Zwang verfolgt alles und jeden zu analysieren und sämtliche Fälle, mit denen sie in Kontakt treten zu lösen. Anders als der verbitterte Arzt, ist der Meisterdetektiv hier hingegen kein Mensch, der alles und jeden hasst oder zumindest so tut als ob. 

Martin Freeman, der angehende Bilbo Beutlin (“Der Hobbit”), spielt Dr. Watson, den ewigen Kumpanen Sherlocks. Man tat gut daran, John Watson eine gebührende Einleitung zu geben und dort anzusetzen, wo Sherlock und Watson noch keine Partner sind, sondern sich erst noch kennenlernen. Watson ist zwar Arzt, jedoch ein Kriegsarzt, der traumatisiert aus Afghanistan zurückkehrt und an seinen traumatischen Erlebnissen zu nagen hat.
Jedoch bleibt dafür nicht allzu viel Zeit, nachdem er Sherlock Holmes kennengelernt hat und erkennt, dass er eben genau diesen aufregenden und gefährlichen Teil seines Lebens zu vermissen scheint. Die Freundschaft der beiden wird von einigen Running-Gags dominiert und man entwickelt ungemeine Sympathien für die beiden Freunde. Dr. John Watson stellt dabei den Identifikationscharakter dar, wesentlich geerdeter als sein Partner, während dieser den Begeisternden Part vollkommen einnimmt. Hier wird sich nicht großartig in den Vordergrund gespielt, wobei die Titelrolle natürlich ein klein wenig mehr Platz einnimmt. Mit einem geschätzten 55:45 Verhältnis ist das allerdings als relativ ausgewogen zu betrachten.

sherlock ermittlungen echtzeitDie Inszenierung geht zuweilen locker über das typische Serienniveau hinaus und könnte auch als Filmproduktion durchgehen. Ebenfalls wartet die Serie mit dem ein oder anderen weiteren originellen Kniff auf. Man sieht beispielsweise häufig “Live-Texteinblendungen”, um dem Zuschauer zu zeigen, was jemand beispielsweise gerade mit seinem Smartphone macht oder eben auch die über den Bildschirm wuselnden Gedankengänge Holmes’. Das ist insofern als positiv zu werten, da man als Außenstehender dadurch besser mit in die Handlung einbezogen wird und anfängt mitzurätseln, da Holmes oft nicht gleich seine längst gezogenen Schlüsse preisgibt. Die Spannung bleibt somit oft bis zum Schluss erhalten, auch wenn man vielleicht schon Teilschlüsse ziehen konnte, so wartet nicht selten immer noch eine Überraschung auf den Zuschauer.

Es ist unglaublich wie schnell man sich daran gewöhnt, dass das Geschehen im heutigen Zeitgeschehen - mit Computern, dem Internet, Smartphones uvm - stattfindet. Bereits ab dem zweiten Film bzw. der zweiten Episode oder viel mehr spätestens dann erachtet man dies für selbstverständlich, was wohl auf die hervorragenden Drehbuchautoren, die erstklassige Inszenierung, die beiden wunderbaren Hauptdarsteller und ihre durchweg guten Nebendarsteller zurückzuführen ist. Der Transfer ist gelungen, die Zeitreise ist geglückt. “Sherlock” ist ein voller Erfolg – bitte noch viel mehr davon!

 

Episoden im Überblick:

Ein Fall von Pink (OT: A Study in Pink), Regie: Paul McGuigan8/10

Der blinde Banker (OT: The Blind Banker), Regie: Euros Lyn8/10

Das Große Spiel (OT: The Great Game), Regie: Paul McGuigan9/10

 

Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Polyband:

Die Blu-Ray kommt als Amaray verpackt in einem Pappschuber daher – leider beides mit einem dicken, nicht ablösbaren Flatschen behaftet.

Bild: Was die optischen Werte betrifft, so weiß das Bild durch eine überaus gute Schärfe und Kantenzeichnung zu punkten. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, während die Farben etwas schwächer wirken, kraftlos. Dies scheint allerdings durchaus gewollt zu sein. Ansonsten tritt in manchen dunkleren Szenen gelegentlich etwas Filmkorn auf und gelegentlich macht sich eine gewisse Weichzeichnung breit, wobei ich nicht sagen kann ob das gewollt ist oder nicht. Serientypisch kommt das Format im Vollbild daher (1,78:1). 8/10

Ton: Vorhanden ist die englische Originaltonspur und die deutsche Synchronfassung – beides in DTS HD 5.1. Erquickenden Surroundsound braucht man hier nicht erwarten, da es sich eben um eine Serie handelt und dies meist der Fall ist. Sprachwiedergabe, Musik und sonstige Geräuschkulissen sind gut verständlich und klingen ordentlich. 7/10

Extras: Neben dem ausführlichen Booklet findet sich auf den Discs der ursprüngliche Pilotfilm der Serie, der knapp eine Stunde Laufzeit beträgt, jedoch nur im Originalton vorhanden ist. Weiterhin gibt es zwei Audiokommentare und ein Making-Of (30 min), welches leider ebenfalls nur auf Englisch vorliegt. 7/10

 

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Bilder:
polyband.de
f.a.z. fernsehblog