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Mittwoch, 20. November 2013

Review: After Earth (2013)

Regie: M. Night Shyamalan | Cast: Will Smith, Jaden Smith, Sophie Okonedo, Zoë Kravitz u.a. IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon
 



Plot:
Bei einer Bruchlandung ihres Raumschiffs stürzen Kitai Raige (Jaden Smith) und sein legendärer Vater Cypher (Will Smith) auf die Erde, die aufgrund schwerer Naturkatastrophen seit 1.000 Jahren nicht mehr von Menschen bewohnt wird. Da Cypher verletzt ist, muss sich Kitai allein auf den gefahrvollen Weg machen, um ein Notsignal abzusetzen. Beide müssen lernen, zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen, um nach Hause zurückkehren zu können.

Filmkritik:

[leichte Spoiler enthalten]

Ganz ehrlich... ich tu mich schon fast schwer den Film nicht schlecht zu bewerten. Ich hatte mich auf ziemlichen Murks gefasst gemacht, zumal das der allgemeine Tenor und auch meine MP-Prognose (3.7) sagt. Hinzu kommt, dass mir der alte Smith mit der Zeit zunehmend unsympathisch wird... dessen Spross war mir zudem sowieso noch nie ganz geheuer. Eine weitere Voraussetzung für die Erfüllung meiner niedrigen Erwartungen war natürlich auch Regisseur M. Night Shabalaba, welcher in seinen letzten Jahren ja nicht mehr allzu viel Taugliches zustande gebracht hat (sein mit Abstand bester ist immer noch "Unbreakable", tolles Teil!).

Was soll ich sagen? Trotz allem fand ich den Steifen nicht schlecht. Dass er optisch überdurchschnittlich sein würde, dachte ich mir sowieso, ist aber dennoch hervorzuheben. Sogar die animierten Affen fand ich ganz gut gemacht, ebenso die restlichen Effekte (Monster, Natur, Action).
Die Story ist, nachdem man abgestürzt ist, zwar sehr vorhersehbar, konnte mich allerdings durchweg unterhalten und teilweise sogar packen. Vater-Smith hat mich auch glücklicherweise gar nicht genervt, Ableger-Smith hingegen nur manchmal ein wenig, wenn er mal wieder etwas zu lang wie ein kleiner Teenager-Trauerkloß dreinblickte, dem man am Freitagabend verboten hat auszugehen, aber ansonsten ging es erfreulicherweise. Dass es hier und da noch 'ne Schippe Kitsch (der Raubvogel!) oben drauf gab, störte mich nicht wirklich, hatte ich mich ja eigentlich auf etwas wesentlich Schlechteres eingestellt.

Hätte man eine kompromisslosere, ernstere wie auch düstere Gangart eingeschlagen, dann gäbe es sogar noch mehr Punkte.
Kann allerdings verstehen, dass der Film für die Meisten ein Reinfall war, aber die 100 Minuten hätte ich durchaus schlechter investieren können, daher mal heute Geberlaune. 7/10



Freitag, 6. April 2012

Awesome Short Film zum Freitag [13/12]


Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:



von Adrián Cardona, Rafa Dengrá und David Muñozaus dem Jahr 2010 | Sprache: Spanisch (mit engl. UT) | Laufzeit mit Abspann: 15:00 Min - ohne Abspann: 13:20 Min

Viele werden diesen total abgedrehten Splatterkurzfilm bereits kennen, besticht er doch durch die wahnsinnige Brutalität und dem ordentlichen Trashfaktor, was das Ganze so unterhaltsam macht. Für Zartbesaitete ist das wirklich Nichts. Viel mehr muss man dazu auch nicht sagen. Ach, beim Abspann nicht gleich wegschalten - ist in Hangover-Manier gehalten.


Plot:
Mr. Olivares ist schon wieder fast gesund, aber jetzt braucht er noch einen Urlaub für das letzte Quäntchen Erholung.


Der Film:
Have Fun & please watch in HD + full view



Dienstag, 3. April 2012

TRAILER - Filme, die man nicht auf dem Schirm hatte

Hier mal ein paar Trailer zu einigen potenziellen Geheimtipps, von denen man noch nie etwas hörte, einfach nicht überall liest oder sie schlichtweg übersieht – zu Unrecht.

 

The Aggression Scale – Stephen C. Miller
USA, 2012
IMDb | Moviepilot
Pinke Schrift auf schwarzem Grund? Ne, es geht nicht um “Drive”. Allerdings ist dieser Thriller ebenso an die 80er angelehnt.

 

Cycle – Zoltan Sostai
Ungarn, 2011
IMDb | Moviepilot
Sehr spezieller Science-Fiction Stoff aus Ungarn, der demnächst auch auf dem Sci-Fi-London Festival 2012 läuft.

 

C 299,792 km/s - Derek Van Gorder, Otto Stockmeier
USA (?), 2011
IMDb | Moviepilot | Kickstarter
Der Film ist allein schon durch seine Machart äußerst interessant. Einen Einblick gibt es ebenfalls in folgendem “Trailer”.

 

True Skin - Stephan Zlotescu
USA (?), 2012
IMDb | Moviepilot
Zunächst wird wohl ein 12-minütiger Kurzfilm daraus gemacht, jedoch scheint ein Langfilm geplant zu sein.

 

Funeral Kings - Kevin McManus, Matthew McManus
USA, 2012
IMDb | Moviepilot
Schwarze Komödie um ein paar Jungs, die gern älter wären als sie in Wirklichkeit sind und sich verhalten wie die letzten Bastarde. Also irgendwie ein Mix aus “Superbad” und “Stand by Me”.


 

Beyond the Black Rainbow - Panos Cosmatos
Kanada, 2010
IMDb | Moviepilot
Psycho-Thriller mit Sci-Fi Einlage, der den ein oder anderen Mindfuck zu versprechen scheint.

Freitag, 30. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [12/12]


Es geht weiter mit dem wöchentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

 TheBackwaterGospel

The Backwater Gospel

von Bo Mathorne aus dem Jahr 2011 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 09:32 Min - ohne Abspann: 08:33 Min

Dieser Kurzfilm ist die Bachelor-Arbeit von Bo Mathorne. Ein stimmiges Western-Szenario in düstere Atmosphäre getaucht mit einer angenehmen Portion Horror und Mystery. Der Kurzfilm hat mittlerweile recht viel Anklang gefunden, sodass ein Langfilm in Planung ist. Immer her damit! Animationsfilme müssen nicht nur für Kinder sein, das weiß man schon lange.

Plot:

As long as anyone can remember, the coming of The Undertaker has meant the coming of death. Until one day the grim promise fails and tension builds as the God fearing townsfolk of Backwater wait for someone to die.


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

Hier gibt es noch ein ca. 9-minütiges Making-Of.

 
Bilder:
weirdwestemporium.blogspot.de

Donnerstag, 29. März 2012

Review: Neverlost (2010)

Regie: Chad Archibald | Cast: Ryan Barrett, Emily Alatalo, Jennifer Polansky, Samuel Borstein u.a.
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

neverlost poster

Plot:

Das Leben von Josh Higgins ist die Hölle. Gefangen in einer lieblosen Beziehung und von einer nicht schwindenden Schlaflosigkeit geplagt, wandelt er auf dem schmalen Grat zwischen Depression und Wahnsinn. Nur die Erinnerung an Kate, seiner großen Liebe, die er vor Jahren bei einem verheerenden Hausbrand verloren hat, beschert ihm kurze Momente des Glücks. Als er eines Tages scheinbar harmlose Schlaftabletten zu sich nimmt, stellt er fest, dass in seinen Träumen ein neues Leben, ein glückliches Leben, ein Leben mit Kate auf ihn wartet. Die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwinden und Josh fängt an für das zu kämpfen, was er vor Jahren verloren hat.


Filmkritik:

[leichte Spoiler enthalten]

Zunächst einmal hat sich, leider, bereits nach gut zehn Minuten rausgestellt, dass die deutsche Synchro nicht unbedingt zu gebrauchen ist (zu amateurhaft), weshalb ich auch zum O-Ton mit dt. Untertiteln wechselte.

Wenn man sich so den Plot durchliest und vielleicht noch zusätzlich den Trailer schaut, könnte man meinen man hätte es hier mit wirklich schwerer Kost zu tun, die gegebenenfalls noch einen guten Mindfuck für den Zuschauer bereit hält – um so größer war die Ernüchterung nach der Sichtung.

neverlost still 3

Es gab ja schon einige Filme, bei denen sich Traum und Realität oft nach und nach immer mehr vermischten und man irgendwann nicht mehr wusste, was nun Wirklichkeit ist, gibt es doch in beiden Welten genug Andeutungen dafür. Dies weiß man auch hier gut zu nutzen. Man kann sich durch verschiedene Hinweise vorstellen, dass beides wahr sein könnte. Ein Problem dabei stellt allerdings das erste Drittel des Films dar. Der Protagonist ist gebeutelt von seiner Umwelt, seiner Vergangenheit, kümmert sich nicht um seine Ehe, hat keinen Job und vegetiert somit nur noch (schlaflos) vor sich hin und ist somit nur noch ein Schatten seiner selbst.
Dadurch, dass die mysteriöse Komponente durch das Einbinden der zweiten (Traum-)Welt erst nach einer Weile geschieht, hat sich mittlerweile der Eindruck gefestigt, dass es sich bei seinem tristen Dasein zwangsläufig um die Realität handeln muss.
Der Zuschauer wird somit im weiteren Verlauf zwar noch das ein oder andere Mal verunsichert, hat sich aber eigentlich schon festgelegt, was den restlichen Film nicht mehr allzu relevant erscheinen lässt. Egal, wie viele Kniffs in beiden Welten noch eingebaut werden. Die Story hat sich somit selbst viel zu früh entschärft und den Spannungsbogen somit bereits halb zum Einbruch gebracht.

neverlost still 1

Was die Schauspieler angeht, so wird man hier höchstwahrscheinlich kein bekanntes Gesicht antreffen. Die Schauspieler sind in Ordnung. Nicht besonders gut, aber auch keinesfalls schlecht, wobei die deutsche Synchro sie sicherlich schlecht erscheinen lässt.  Der Konflikt des Hauptprotagonisten Josh wird gut dargestellt und sein Verlangen der “Realität” zu entfliehen ist durchaus nachvollziehbar.

Zu gute halten muss man dem Film außerdem, dass mit wenig Mitteln eine trotzdem noch einigermaßen interessante Story konstruiert wurde. In den düsteren Momenten wird der Film zudem von einem Score unterstützt, der geneigte Filmkenner sofort aufhorchen lässt. Nicht selten fühlt man sich oft an Clint Mansell’s genialen Score zu “Requiem for a Dream” erinnert. Die Parallelen sind unverkennbar, allerdings hat man sich nicht am, mittlerweile vielleicht schon verbrauchten, “Lux Aeterna” bedient, sondern eher an die elektronisch angehauchten Töne. Schlecht fand ich das nicht, passte eigentlich ganz gut, auch wenn man behaupten kann, dass es ziemlich abgekupfert wurde.

neverlost still 2

Zum Schluss versucht man eine Art offenes Ende zu erzeugen, bei dem man selbst entscheiden soll, was nun Traum und Realität ist. Leider war das, zumindest in meinem Fall, relativ früh klar und durch die vielen Verflechtungen zwischen den Welten, machte sich langsam der Eindruck breit, dass man hier zu viel wollte. Einige mögen hier vielleicht noch Einiges hineininterpretieren, was ja schön und gut ist, für mich in diesem Fall aber nicht angebracht. 
Idee gut, Umsetzung okay, aber etwas verschenktes Potenzial. Kann man sich mal angucken, verpassen würde man allerdings auch nichts. Bloß nicht zu viel in Richtung “The Machinist” erwarten, das ist ein ganz anderes Kaliber. 6/10

 

Zur Blu-Ray Veröffentlichung von ION New Media:

Bild und Ton sind gut, auch wenn ich die deutsche Synchronfassung eher als misslungen betrachte. Extras gibt es keine, bis auf die Trailershow. Der Film kommt im üblichen Amaray mit Wendecover daher. Die im Internet oft gesehene 18er Plakette, wie sie auch bei Amazon zu sehen ist, war nur ein Vorabdruck des Vertriebs, da man nicht mit einer ungeschnittenen FSK 16 gerechnet hatte, sie aber letztlich doch erhielt.
In der Störkanal-Reihe gab es schon bessere, aber auch schlechtere Filme. Demnächst erscheint übrigens auch “Bellflower” in der Reihe, welcher meinen Film des Jahres 2011 darstellt.


"Neverlost" jetzt auf Blu-Ray oder DVD bei amazon.de kaufen.

 

Freitag, 16. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [11/12]


Es geht weiter mit dem wöchentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

Ruin Poster Wes Ball Oddball Animation 

"Ruin"

von Wes Ball aus dem Jahr 2012 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 08:29 Min - ohne Abspann: 07:25 Min

Das zweite Mal, dass ich heute dachte “Dafuq did i just see?”, nur diesmal ist es mehr als nur positiv (das erste Mal bezog sich auf den Trailer zu Tim Burton’s “Dark Shadows”).

“Ruin” ist ein Leckerbissen sondergleichen – auf technischer Ebene habe ich im Animationsfilm-Bereich noch nie etwas besseres gesehen! Ernsthaft, mir fehlen hier eigentlich so ziemlich die Worte, ganz getreu dem Motto “Words cannot describe the awesome”.
Wem das postapokalyptische Setting aus “#9” gefiel, der wird sich ebenso an diesem kleinen Meisterwerk (ja, Meisterwerk!) erfreuen können. Ich hoffe nur, dass sich die Geschichte nochmal wiederholt und aus diesem Kurzfilm irgendwann ein abendfüllender Spielfilm entsteht, wie es auch bei “#9” der Fall war. Jedenfalls sollte man den Abspann, der übrigens sehr stylisch daherkommt, durchlaufen lassen, denn nach dem Abspann gibt es noch was zu sehen und den Hinweis “To be continued”. Freude! Ich konnte mich so schon kaum an den genialen Animationen satt sehen.

Ich bin dann mal weg, um mich die nächsten zwei Stunden an diesem visuellem Mindfuck zu ergötzen!

 

Plot:

Angesiedelt in einer weit entfernten Zukunft, in der die Menschheit zu großen Teilen bereits ausgestorben scheint, sucht ein Mann in den Ruinen einer einst lebendigen Stadt nach bestimmten Informationen, bis sich seine Verfolger wieder an ihn heften können…


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

 
Einige Einblicke in die Produktion erhält man hier.


Bilder:
slashfilm

Donnerstag, 15. März 2012

Review: The Grey - Unter Wölfen (2012)

Regie: Joe Carnahan | Cast: Liam Neeson, Frank Grillo, Dallas Roberts, Dermot Mulroney u.a.
IMDb | OFDb | Moviepilot
Deutscher Trailer



The Grey Unter Wölfen Poster Deutsch



Plot:
John Ottway (Liam Neeson) ist in Alaska bei einem Ölunternehmen angestellt, um dort die Bohrarbeiter vor wilden Tieren zu schützen. Er und ein Trupp Männer befinden sich auf dem Rückflug in die Heimat, als ihr Flugzeug in einen heftigen Sturm gerät und in der Wildnis abstürzt. Eisige Kälte empfängt die Männer in einer scheinbar unendlichen Schnee-Hölle. Die acht Überlebenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versuchen sich in Richtung Süden durchzuschlagen -- doch Hunger und Kälte sind nicht die größte Gefahr: Die Absturzstelle liegt inmitten eines Jagdreviers von Wölfen. Das Rudel hat die Männer bereits entdeckt und nimmt die unerbittliche Verfolgung auf.

In einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit liefern sich Mann und Wolf ein gnadenloses Duell um Leben und Tod. Nur gemeinsam als Gruppe können die Männer jetzt überleben. Jeder Fehltritt, jede Schwäche eines Einzelnen, kann sie das Leben kosten.

 
Filmkritik:
[kann minimale Spoiler enthalten]
Vor einiger Zeit, als ich das erste Mal etwas über den Film gelesen hatte und kurz darauf einen ersten Trailer sah, war ich doch sehr skeptisch. Der Film schien sich selbst überaus ernst zu nehmen, obwohl mittlerweile jeder wissen sollte, dass Wölfe nicht auf Menschen losgehen, geschweige denn diese jagen, um sie zu verspeisen.

Umzingelt von Wölfen
Nun gut, mit dieser Skepsis im Hinterkopf schaute ich mir den Film dann trotzdem an. Es fängt behäbig an, Liam Neeson's Charakter wird etwas eingeführt und man merkt, dass der Film eindeutig fast komplett nur auf ihn zugeschnitten ist, was ja auch nichts Schlechtes sein soll, ich meine Neeson ist ein verdammt genialer Schauspieler. Wenn es dann irgendwann zur Sache geht und erste Wolfsattacken zu sehen sind und daraufhin sogar das Thema über angreifende Wölfe angesprochen wird und dies mit zwei fadenscheinigen Erklärungssätzen abgetan wird, sollte einem klar sein, dass man den Film absolut nicht ernst nehmen sollte, um hier seinen Spaß zu haben. Alles klar, damit The Grey Unter Wölfen - Astronaut Liam Neesonkonnte ich mich abfinden. Wer das an diesem Punkt noch nicht konnte, dem wird das wohl bewusst werden, wenn Liam Neeson einem Wolf im Kampf gegenüber steht und ihn Motherfucker nennt. Jep, die Wölfe werden hier des öfteren als "Motherfucker" oder wahlweise auch als "Son of a Bitch" personifiziert. Irre gut! Mich hats tierisch amüsiert, auch noch nach dem 10. Mal! In MacGyver-Manier erfindet Liam 'THE MAN' Neeson hier Wolf-Motherfucker-Killing-Gadgets, damit sein Trupp  und er bei einem monströsen Blizzard, der übrigens kein Special Effect ist, wie der gute Liam es in einem Interview verriet (ich glaube er ist hier der wahre bad Motherfucker), unbeschadet weiterwandern können.

Wie man es bei so einem Film erwarten kann, wird die Gruppe immer kleiner und kleiner, aber dabei wird den anderen Gruppenmitgliedern hinter den zu Beginn noch unwichtig erscheinenden Figuren noch ein Gesicht verliehen - Neeson stellt sich dann mal kurz zurück. So wird jedem noch etwas Tiefe verliehen - kommt gut und passt.
Die Spannung bleibt nicht einen Moment auf der Strecke und ist zum zerreißen! Carnahan inszeniert den Film einwandfrei. Nicht mal die sonst so störende Wackelkamera (Grüß dich Paul Greengrass!) hat mich hier stören wollen. Dazu noch atmosphärische von atemberaubender Schönheit gefilmte Landschaftsaufnahmen eines im Schnee versunkenen Kanada mit seinen gleichermaßen faszinierenden wie bedrohlichen Wäldern. Man mag schon fast meinen, dass das zu schön für einen derartigen Film ist, der definitiv etwas von einer B-Movie Prämisse in sich trägt, dafür jedoch ohne Frage mit einem Big Budget ausgestattet ist.


The Grey Unter Wölfen - Schöne Aussichten I


Ein kleiner Makel äußert sich noch in der Darstellung der Wölfe. Nope, ich rede nicht von der moralischen Darstellungsweise, sondern von der rein optischen. Es wurde teilweise mit echten Wölfen gedreht, teils mit Attrappen und auch mit CGI-Effekten. In manch einer Szene erscheinen einem die Bewegungen der Wölfe etwas seltsam und künstlich. Aber hey! Wen interessiert das, wenn es um einen Film geht, in dem Liam Neeson als Pendant zum Alpha-Wolf wird und sich gegen ein Wolfsrudel stellt, um es fertig zu machen? Richtig, niemand!
Ansonsten wird der sehr positive Gesamteindruck gelegentlich leicht gedrückt, wenn durch das ein oder andere Gespräch der Protagonisten eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tiefe suggeriert werden soll. Das passt nicht so ganz, da man den Film sowieso nicht ernst nehmen kann/sollte. Etwas deplatziert, aber nicht allzu schlimm.


The Grey Unter Wölfen - Flugzeugabsturz
"Uncharted" lässt grüßen

Was bleibt zu sagen? Der Film hat mich überrascht. Ich bin froh, dass ich mich schnell mit dem Umgangston des Films anfreunden konnte und ich die vorangegangene Skepsis schnell über Bord werfen konnte, denn sonst hätte ich nicht so verflucht viel Spaß mit diesem wahrlich männlichen Survival-Actionthriller haben können. Geiles Teil! 8/10


Bilder:
Cinemaxx.de
Eigene Screenshots


Dienstag, 13. März 2012

Review: Gantz – Die ultimative Antwort (2011)

Regie: Shinsuke Sato | Cast: Kazunari Ninomiya, Ken'ichi Matsuyama, Yuriko Yoshitaka
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

Gantz 2 Die Ultimative Antwort Poster Cover

Plot:
Vor fünf Monaten wurde Kato im Kampf gegen die Aliens getötet. Sein Freund Kei aber ist weiter im gnadenlosen Spiel der mysteriösen Kugel GANTZ gefangen. Wenn er genug Punkte sammelt, kann er Kato wieder ins Leben zurückholen. Dabei geht der Kampf gegen die brutalen Aliens in Menschengestalt weiter. Doch dann wird ein neues perfides Spiel eröffnet: Die junge Eriko erhält eine Mini GANTZ Kugel. Von dieser bekommt sie den Auftrag, vier Menschenleben auszulöschen. Auch Keis Freundin Tae steht auf der Liste.

 

“Die Ultimative Antwort” ist nun schon der zweite Live-Action-Film zum gleichnamigen populären Manga. Die Mangas habe ich nicht gelesen, dafür aber den Anime zu gewissen Teilen gesehen.
Vorweg also kurz etwas zum ersten Film “Gantz: Spiel um dein Leben”: Man kann sagen, dass sich der erste Film einigermaßen an die Vorlage hält, auch wenn einige Inhalte recht schnell abgehandelt wurden. Die Action konnte überzeugen und der aus dem Anime bekanntermaßen hohe Gewaltgrad war akzeptabel. Die Effekte wurden gut umgesetzt und wirken nur selten etwas pragmatisch. Leider gab es oft nicht nachvollziehbare Handlungsweisen der Charaktere, die das Bild doch recht uneben erscheinen ließen. Insgesamt bot der Film gute Unterhaltung und machte aufgrund der interessanten Story durchaus Lust auf mehr.

 

Filmkritik:
[kann minimale Spoiler enthalten]

Konnte der Nachfolger die Erwartungen erfüllen? In Japan zumindest war der Film, wie auch sein Vorgänger, ein absoluter Kassenerfolg. Nun, wie verhält es sich also mit der Qualität des Films? Meiner Meinung nach konnte der Film das interessante Grundgerüst nicht besonders gut fortsetzen, um nicht zu sagen: Der Film war bestenfalls gerade noch Durchschnitt, wenn überhaupt. 
Gantz Die ultimative Antwort 3
Eines der größten Probleme des Films besteht darin, dass fast keine der im ersten Teil aufgeworfenen Fragen beantwortet werden. Was ist Gantz? Woher kommen die Aliens? Wieso müssen sie getötet werden? Stattdessen werden einfach neue Charaktere in den Pott geworfen. Dazu eine fragwürdige neue Handlung, die sich von oben genannten Fragen schön entfernt und nur weitere Fragen aufwirft, was diesmal allerdings eher negativ zur Geltung kommt. Hinzu kommt die ungemein lange Laufzeit von 135 Minuten, die das ganze zuweilen ungemein dehnt, was Langeweile aufkommen lässt.

Gantz Die Ultimative Antwort 2 
Daneben gibt es aber auch unterhaltsame Actionparts mit netten Special-Effects, die erfrischend anders daherkommen. Diese kommen teilweise überraschend kompromisslos daher. In beispielsweise einer Szene im Zug, als eine Gruppe Aliens gegen die vermeintlichen Helden kämpft, werden unglaublich viele Zivilisten einfach durch mehrere Schuss-Salven... nunja.. niedergemäht.
Die Kämpfe, sei es mit Samuraischwert oder Feuerwaffe, sind rasant in Szene gesetzt, sehr kurzweilig und können neben den drögeren Passagen, in denen verzweifelt versucht wird eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufzubauen, gut unterhalten. Zudem macht der ansprechende Look des Films in seinem Science-Fiction Gewand stets etwas her, wie bereits im Vorgänger.
Komme ich aber zu einem weiteren Problem des Films. Einige Schauspieler neigen zu immensem Overacting, wobei die deutsche Synchronisation, die sich eher auf durchschnittlichem NiveauGantz Ultimative Antwort 1 befindet, dazu sicher noch etwas beigetragen hat. Jedenfalls wirken fast sämtliche Passagen, in denen man die Beziehung(en) zwischen den Figuren intensivieren will, zu aufgesetzt und unglaubwürdig. Ferner nimmt man einigen Schauspielern ihre Rolle auch in keinster Weise ab – der ermittelnde Polizist sieht zum Beispiel eher aus wie ein junger Student mit künstlich wirkendem Bart als ein professioneller Kriminalbeamter.

Nach dem fragwürdigen und etwas kitschigen Ende stellt sich die Frage, die auch während des Films schon auftrat: Was sollte das jetzt? Ich weiß es nicht. Gute Actioneinlagen hin oder her, der Film ist leider Gottes keine wirkliche Fortsetzung, denn man will offenbar gar nicht erst auf irgendwelche Aspekte des Vorgängers eingehen, was verdammt schade ist. So bleibt nur noch ein unnötiger Film mit ein paar netten Szenen und der Grundprämisse des Mangas bzw des Animes über. 4.5/10

 

Zur DVD: Die deutsche DVD von Sunfilm kommt im Amaray mit Wendecover daher. Enthalten ist die deutsche wie auch die japanische Tonfassung, welche ich im Nachhinein definitiv empfehle – deutsche Untertitel sind vorhanden. Als Extras findet man ein kurzes Making-Of und eine Trailershow vor.


"Gantz - Die ultimative Antwort" jetzt bei amazon.de auf Blu-Ray oder DVD kaufen.


Freitag, 9. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [10/12]


Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

Möbius Short Film 

"Möbius"

von Vincent Laforet aus dem Jahr 2010 | Sprache: Englisch, Spanisch | Laufzeit mit Abspann: 11:17 Min - ohne Abspann: 09:23 Min

Heute mal ein Kurzfilm, der sich dem mittlerweile bekannten Möbius-Effekt als Thema annimmt, wie der Titel es vielleicht vermuten lässt. Wer weiß was dieser Effekt bedeutet, der hat natürlich schon eine gewisse Ahnung in welche Richtung es gehen wird bzw. wie der Film vielleicht enden wird. Dazu will ich hier nichts spoilern. ;) Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn das Interessante ist immer, wie man vom Ausgangspunkt zum Ende gelangt, nicht der eigentliche “Twist” gegen Ende. Meiner Ansicht nach kann man viel aus der Thematik rausholen und die Verarbeitung ist immer wieder interessant. David Lynch hat sich mit seinem “Lost Highway” ja ebenfalls schon der Thematik angenommen – mehr als gelungen.
Der Kurzfilm weißt eine außerordentliche Optik auf und wirkt wie eine professionelle Big-Budget und steht somit den Hollywood-Produktionen in absolut nichts nach. Inhaltlich wie technisch bewegt man sich also auf sehr hohem Niveau – seht selbst.

 

Plot:

It deals with a photojournalist who stumbles upon a cartel execution and supernatural events in the the "Zone of Silence" in Mexico.


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view


Hier gibt es noch ein Behind the Scenes Video.

Mittwoch, 7. März 2012

Alte neue Poster zu neuen alten Filmen im Retrolook

Wat fürn Ding?! 
Die Poster sollten selbsterklärend sein, aber nochmal zum mitschreiben: Hier wurde aus aktuellen Filmen eine Reihe von Postern erstellt, die zeigen, wie sie ausgesehen hätten, wenn sie zu damaligen Zeiten (z.B. den 50s) ausgesehen hätten.
Statt einem Ryan Gosling sieht man hier bspw. James Dean in DRIVE oder Frank Zappa statt Jeff Bridges in THE BIG LEBOWSKI. Ebenfalls wäre es durchaus interessant, wenn Dean Martin, Jack Lemmon und Jerry Lewis die Rollen der drei Chaoten aus THE HANGOVER eingenommen hätten.
Geniale Idee jedenfalls. Check the awesome:

 

drive poster james dean retro

 

big lebowski poster frank zappa retro fifth element fünfte element poster sean connery retro

hangover poster dean martin retro 

Ein paar mehr findet man noch auf collider.

Freitag, 2. März 2012

Awesome Short Film zum Freitag [09/12]

Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

"The German"

von Nick Ryan aus dem Jahr 2008 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 05:53 Min - ohne Abspann: 04:48 Min

Heute aus besonderen Gruenden besonders wenig Zeit, daher mach ichs Kurz: Toby Kebbell – kennt ihr aus "Rock’n’Rolla", "Control" oder "The Veteran" – spielt in diesem netten Kurzfilm einen britischen Piloten, der zielstrebig einen Deutschen verfolgt. Mit einem Budget von ca. 70.000 € realisiert, wobei das alles für die Live-Action Szenen draufging. Wie man die restlichen Aufnahmen realisierte, so ganz ohne Budget (?), weiß Gott wie, oder es steht irgendwo, aber wie gesagt: keine Zeit heute. Have Fun, Film ist gut! ;)

 

Plot:

A British fighter pilot pursues the german ace that shot down his friend across sky and country... with murder in mind. But he discovers it's not so easy to kill a man when you have to look them in the eye


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

Film-Homepage: www.thegermanmovie.com

Dienstag, 28. Februar 2012

Kurzreview: "Redline" (2009)

Regie: Takeshi Koike | Cast bzw. Synchronsprecher: Takuya Kimura (Jaron Löwenberg), Yû Aoi (Antje von der Ahe) u.a.
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

Redline Poster

Plot:

Alle fünf Jahre findet das härteste und mörderischste illegale Rennen des Weltalls statt: REDLINE. Nur die verrücktesten und verwegensten Fahrer nehmen an diesem Asphalt-Battle teil, so wie JP – ein „Vollkaskonaut“, ein leichtsinniger Draufgänger, dessen spezialangefertigte „TransAm.“ ihm bei den extremen Geschwindigkeiten immer wieder um die Ohren fliegt. Eine seiner Gegnerinnen ist Sonoshee, ein heißer Feger, entschlossen zu tun was auch immer nötig ist, um beim REDLINE auf dem Siegerpodest zu stehen. Vereint im Finale, Kühler an Kühler gereiht, sitzen die abgefucktesten Fahrer in ihren asphaltschmelzenden Maschinen und warten … und dann geht es los!

 

Filmkritik:

Redline still - JP Dieser Anime (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, schundigen Liveaction-Film aus dem Jahr 2007, der nichts mit diesem Werk zu tun hat) bietet Eyecandy vom feinsten und das auch noch im Cyberpunkt-Bereich! Allein dafür gibt’s schon einen dicken Sympathiebonus.
Was ebenfalls verdammt sympathisch daherkommt, ist die Figurenzeichnung. Nicht nur der Protagonist, J.P., ist unglaublich cool und erinnert zuweilen an Spike Spiegel (vielleicht bloß nicht ganz so abgebrüht) aus der legendären Serie "Cowboy Bebop" von Shinichirō Watanabe, sondern selbst die Nebencharaktere versprühen das gewisse Etwas, weisen gewisse Züge auf, die sich einprägen und verkommen nicht nur zu irgendwelchen Füllfiguren, deren Namen man sich während des Films eh nicht merken kann/will, was leider viel zu oft vorkommt.

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Die Action ist, wie es sich für ein derart überdrehtes Rennspektakel gehört, rasant inszeniert und wenn diese erst mal anfängt, so wird das auch nonstop durchgezogen, sodass man bald von einer unglaublichen Bilderflut überrollt wird. Da macht das Zuschauen wirklich einen riesen Spaß.
Natürlich ist alles unglaublich übertrieben und man reizt hier wirklich so Einiges aus, aber das fällt keinesfalls negativ ins Gewicht, da die Inszenierung ebenso abgefahren daherkommt, auch wenn so manch eingespielter Theme-Song zu gewissen Charakteren etwas sehr beknackt erscheinen mag.

Falls jemandem der Zeichenstil bekannt vorkommt, mag eventuell daran liegen, dass Regisseur Takeshi Koike sich für einen der "Animatrix" Kurzfilme ("World Record") verantwortlich zeichnet, den ihr auch auf YouTube schauen könnt, wenn ihr diesem Link folgt. Als Schreiberling ist zudem noch Katsuhito Ishii involviert, Regisseur der Anime Sequenz aus "Kill Bill Vol. 1" von Quentin Tarantino.
Redline Still

Der ganze Film wirkt wie ein extremer, temporeicher und kurzweiliger Trip, der so wahnsinnig schnell vorbeigeht, dass es fast schon wieder ein bisschen schade ist. In den knapp 100 Minuten hat man dafür einen Heidenspaß, ohne dass auch nur irgendeine Länge aufkommt. Allerdings ist man vom japanischen Animationsstudio Madhouse ("Das Mädchen, das durch die Zeit sprang", "Paprika", "Tokyo Godfathers" uvm) mittlerweile auch einen hohen Qualitätsstandard gewohnt. 
Meiner Ansicht nach hätte der Stoff sicher gut mit einer Serie fortgesetzt werden können. Das Potenzial wäre durchaus vorhanden gewesen. Das soll den Eindruck im Hinblick auf den Film aber keineswegs schmälern, denn es kommt einem Film doch sehr zu gute, wenn man anschließend noch mehr von den Charakteren und der Action sehen will. 8.5/10


"Redline" jetzt bei amazon.de auf Blu-Ray oder DVD kaufen

Bilder:
red-line.jp
Eigene Screenshots

Freitag, 24. Februar 2012

Awesome Short Film zum Freitag [08/12]


Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Today's short film:

awesome short film - out of a forest 

"Out of a Forest"

von Tobias Gundorff Boesen aus dem Jahr 2010 | Sprache: - | Laufzeit mit Abspann: 05:53 Min - ohne Abspann: 04:48 Min

Der Däne Tobias Gundorff Boesen hat mit diesem Kurzfilm seine Bachelorarbeit abgelegt. Gedreht wurde in den dänischen Wäldern, was laut Regisseur einige Probleme mit sich brachte, wenn es zu nächtlichen Stop-Motion-Aufnahmen kam. Die Mühe scheint sich aber bezahlt gemacht zu haben, denn das Ergebnis besticht durch einen besonderen Charme und viel Liebe zum Detail. Der Erfolg zeichnet sich auch an den vielen gewonnenen Preisen ab (eine Übersicht gibt’s auf der Vimeo-Seite zum Film). Unterlegt wird das Ganze durchgängig von der Band The National und ihrem Song “Slow Show”.

 

Plot:

Eine Kaninchen-Familie feiert in einem Wald, unter einem großen, mit Lichtern geschmückten Baum eine Geburtstagsfeier. Einer scheint jedoch fest entschlossen die traute Stimmung zu kippen…


Der Film:

Have Fun & please watch in HD + full view

 

Donnerstag, 23. Februar 2012

Film- / Serienreview: "Sherlock - Eine Legende kehrt zurück" Staffel 1

Creator(s): Mark Gatiss, Steven Moffat | Cast: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

Sherlock staffel 1 poster blu-ray front cover

 

 Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) meldet sich zurück und ist jünger und energetischer denn je! In der ebenso originellen wie spannenden Neuauflage des klassischen Stoffes nach Sir Arthur Conan Doyle begibt sich Holmes mit Smartphone und Notebook bewaffnet auf große Verbrecherjagd im London des 21. Jahrhunderts. Unterstützung erfährt er in Dr. John H. Watson (Martin Freeman, „Hot Fuzz“), einem posttraumatisierten Kriegsveteranen, der Holmes bei dessen Ermittlungen nicht von der Seite weicht.

 

Mit der britischen Serie “Sherlock” hat man mit etwas Altem mal etwas angenehm Frisches geschaffen. Der weltbekannte Detektiv und sein Kollege Watson machen eine Zeitreise ins 21. Jahrhundert – dabei werden viele bekannte Gepflogenheiten, die man von den Charakteren bereits kennt, ebenfalls ins Hier und Jetzt transportiert. Sherlock Holmes raucht keine Pfeife, er benutzt Nikotinpflaster. Watson schreibt statt eines Tagebuchs einen Blog. Das kommt schon ganz amüsant rüber, wenn man das so sieht.

Den von Robert Downey Jr. verkörperten Sherlock kann Benedict Cumberbatch (“Dame König As Spion”, “Gefährten”) mit seiner Leistung in der Serie locker in die Tasche stecken. Er ist sarkastischer, scharfsinniger, witziger, ohne ins Alberne abzudriften und hält sich, trotz des Zeitsprungs, näher an Arthur Conan Doyle’s ursprünglichem Holmes. Die Analysen des Meisters suchen seinesgleichen und begeistern jedes Mal wieder aufs Neue und lassen den Zuschauer oft vor lauter Staunen letztlich nur noch mit einem Schmunzeln zurück.

sherlock und watson - serie
So, wie man die Rolle in der Serie zu sehen bekommt, kann man dazu neigen einen Vergleich zu Hugh Laurie’s Dr. House zu ziehen, was nicht völlig abwegig ist, so haben beide einen ausgeprägten Hang zum Sarkasmus, halten sich für äußerst intelligent (was, ja nicht abwegig ist) und werden von dem Zwang verfolgt alles und jeden zu analysieren und sämtliche Fälle, mit denen sie in Kontakt treten zu lösen. Anders als der verbitterte Arzt, ist der Meisterdetektiv hier hingegen kein Mensch, der alles und jeden hasst oder zumindest so tut als ob. 

Martin Freeman, der angehende Bilbo Beutlin (“Der Hobbit”), spielt Dr. Watson, den ewigen Kumpanen Sherlocks. Man tat gut daran, John Watson eine gebührende Einleitung zu geben und dort anzusetzen, wo Sherlock und Watson noch keine Partner sind, sondern sich erst noch kennenlernen. Watson ist zwar Arzt, jedoch ein Kriegsarzt, der traumatisiert aus Afghanistan zurückkehrt und an seinen traumatischen Erlebnissen zu nagen hat.
Jedoch bleibt dafür nicht allzu viel Zeit, nachdem er Sherlock Holmes kennengelernt hat und erkennt, dass er eben genau diesen aufregenden und gefährlichen Teil seines Lebens zu vermissen scheint. Die Freundschaft der beiden wird von einigen Running-Gags dominiert und man entwickelt ungemeine Sympathien für die beiden Freunde. Dr. John Watson stellt dabei den Identifikationscharakter dar, wesentlich geerdeter als sein Partner, während dieser den Begeisternden Part vollkommen einnimmt. Hier wird sich nicht großartig in den Vordergrund gespielt, wobei die Titelrolle natürlich ein klein wenig mehr Platz einnimmt. Mit einem geschätzten 55:45 Verhältnis ist das allerdings als relativ ausgewogen zu betrachten.

sherlock ermittlungen echtzeitDie Inszenierung geht zuweilen locker über das typische Serienniveau hinaus und könnte auch als Filmproduktion durchgehen. Ebenfalls wartet die Serie mit dem ein oder anderen weiteren originellen Kniff auf. Man sieht beispielsweise häufig “Live-Texteinblendungen”, um dem Zuschauer zu zeigen, was jemand beispielsweise gerade mit seinem Smartphone macht oder eben auch die über den Bildschirm wuselnden Gedankengänge Holmes’. Das ist insofern als positiv zu werten, da man als Außenstehender dadurch besser mit in die Handlung einbezogen wird und anfängt mitzurätseln, da Holmes oft nicht gleich seine längst gezogenen Schlüsse preisgibt. Die Spannung bleibt somit oft bis zum Schluss erhalten, auch wenn man vielleicht schon Teilschlüsse ziehen konnte, so wartet nicht selten immer noch eine Überraschung auf den Zuschauer.

Es ist unglaublich wie schnell man sich daran gewöhnt, dass das Geschehen im heutigen Zeitgeschehen - mit Computern, dem Internet, Smartphones uvm - stattfindet. Bereits ab dem zweiten Film bzw. der zweiten Episode oder viel mehr spätestens dann erachtet man dies für selbstverständlich, was wohl auf die hervorragenden Drehbuchautoren, die erstklassige Inszenierung, die beiden wunderbaren Hauptdarsteller und ihre durchweg guten Nebendarsteller zurückzuführen ist. Der Transfer ist gelungen, die Zeitreise ist geglückt. “Sherlock” ist ein voller Erfolg – bitte noch viel mehr davon!

 

Episoden im Überblick:

Ein Fall von Pink (OT: A Study in Pink), Regie: Paul McGuigan8/10

Der blinde Banker (OT: The Blind Banker), Regie: Euros Lyn8/10

Das Große Spiel (OT: The Great Game), Regie: Paul McGuigan9/10

 

Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Polyband:

Die Blu-Ray kommt als Amaray verpackt in einem Pappschuber daher – leider beides mit einem dicken, nicht ablösbaren Flatschen behaftet.

Bild: Was die optischen Werte betrifft, so weiß das Bild durch eine überaus gute Schärfe und Kantenzeichnung zu punkten. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, während die Farben etwas schwächer wirken, kraftlos. Dies scheint allerdings durchaus gewollt zu sein. Ansonsten tritt in manchen dunkleren Szenen gelegentlich etwas Filmkorn auf und gelegentlich macht sich eine gewisse Weichzeichnung breit, wobei ich nicht sagen kann ob das gewollt ist oder nicht. Serientypisch kommt das Format im Vollbild daher (1,78:1). 8/10

Ton: Vorhanden ist die englische Originaltonspur und die deutsche Synchronfassung – beides in DTS HD 5.1. Erquickenden Surroundsound braucht man hier nicht erwarten, da es sich eben um eine Serie handelt und dies meist der Fall ist. Sprachwiedergabe, Musik und sonstige Geräuschkulissen sind gut verständlich und klingen ordentlich. 7/10

Extras: Neben dem ausführlichen Booklet findet sich auf den Discs der ursprüngliche Pilotfilm der Serie, der knapp eine Stunde Laufzeit beträgt, jedoch nur im Originalton vorhanden ist. Weiterhin gibt es zwei Audiokommentare und ein Making-Of (30 min), welches leider ebenfalls nur auf Englisch vorliegt. 7/10

 

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Bilder:
polyband.de
f.a.z. fernsehblog

Dienstag, 21. Februar 2012

ABCinema - Wie viele Filme erkennt ihr?

Netter Einfall von Evan Seitz, das Alphabet mal in Filmform inklusive passender, sehr ansprechender Szenen zum jeweiligen Film zu gestalten. 
Man muss sich das einminütige Filmquiz schon mehrmals anschauen und genau aufpassen, um alle Filme zu entdecken, die sich hier verbergen. Ich selbst habe vielleicht gerade so zwei Drittel erkannt. Have a Look: