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Mittwoch, 20. November 2013

Review: After Earth (2013)

Regie: M. Night Shyamalan | Cast: Will Smith, Jaden Smith, Sophie Okonedo, Zoë Kravitz u.a. IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon
 



Plot:
Bei einer Bruchlandung ihres Raumschiffs stürzen Kitai Raige (Jaden Smith) und sein legendärer Vater Cypher (Will Smith) auf die Erde, die aufgrund schwerer Naturkatastrophen seit 1.000 Jahren nicht mehr von Menschen bewohnt wird. Da Cypher verletzt ist, muss sich Kitai allein auf den gefahrvollen Weg machen, um ein Notsignal abzusetzen. Beide müssen lernen, zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen, um nach Hause zurückkehren zu können.

Filmkritik:

[leichte Spoiler enthalten]

Ganz ehrlich... ich tu mich schon fast schwer den Film nicht schlecht zu bewerten. Ich hatte mich auf ziemlichen Murks gefasst gemacht, zumal das der allgemeine Tenor und auch meine MP-Prognose (3.7) sagt. Hinzu kommt, dass mir der alte Smith mit der Zeit zunehmend unsympathisch wird... dessen Spross war mir zudem sowieso noch nie ganz geheuer. Eine weitere Voraussetzung für die Erfüllung meiner niedrigen Erwartungen war natürlich auch Regisseur M. Night Shabalaba, welcher in seinen letzten Jahren ja nicht mehr allzu viel Taugliches zustande gebracht hat (sein mit Abstand bester ist immer noch "Unbreakable", tolles Teil!).

Was soll ich sagen? Trotz allem fand ich den Steifen nicht schlecht. Dass er optisch überdurchschnittlich sein würde, dachte ich mir sowieso, ist aber dennoch hervorzuheben. Sogar die animierten Affen fand ich ganz gut gemacht, ebenso die restlichen Effekte (Monster, Natur, Action).
Die Story ist, nachdem man abgestürzt ist, zwar sehr vorhersehbar, konnte mich allerdings durchweg unterhalten und teilweise sogar packen. Vater-Smith hat mich auch glücklicherweise gar nicht genervt, Ableger-Smith hingegen nur manchmal ein wenig, wenn er mal wieder etwas zu lang wie ein kleiner Teenager-Trauerkloß dreinblickte, dem man am Freitagabend verboten hat auszugehen, aber ansonsten ging es erfreulicherweise. Dass es hier und da noch 'ne Schippe Kitsch (der Raubvogel!) oben drauf gab, störte mich nicht wirklich, hatte ich mich ja eigentlich auf etwas wesentlich Schlechteres eingestellt.

Hätte man eine kompromisslosere, ernstere wie auch düstere Gangart eingeschlagen, dann gäbe es sogar noch mehr Punkte.
Kann allerdings verstehen, dass der Film für die Meisten ein Reinfall war, aber die 100 Minuten hätte ich durchaus schlechter investieren können, daher mal heute Geberlaune. 7/10



Donnerstag, 29. März 2012

Review: Neverlost (2010)

Regie: Chad Archibald | Cast: Ryan Barrett, Emily Alatalo, Jennifer Polansky, Samuel Borstein u.a.
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

neverlost poster

Plot:

Das Leben von Josh Higgins ist die Hölle. Gefangen in einer lieblosen Beziehung und von einer nicht schwindenden Schlaflosigkeit geplagt, wandelt er auf dem schmalen Grat zwischen Depression und Wahnsinn. Nur die Erinnerung an Kate, seiner großen Liebe, die er vor Jahren bei einem verheerenden Hausbrand verloren hat, beschert ihm kurze Momente des Glücks. Als er eines Tages scheinbar harmlose Schlaftabletten zu sich nimmt, stellt er fest, dass in seinen Träumen ein neues Leben, ein glückliches Leben, ein Leben mit Kate auf ihn wartet. Die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwinden und Josh fängt an für das zu kämpfen, was er vor Jahren verloren hat.


Filmkritik:

[leichte Spoiler enthalten]

Zunächst einmal hat sich, leider, bereits nach gut zehn Minuten rausgestellt, dass die deutsche Synchro nicht unbedingt zu gebrauchen ist (zu amateurhaft), weshalb ich auch zum O-Ton mit dt. Untertiteln wechselte.

Wenn man sich so den Plot durchliest und vielleicht noch zusätzlich den Trailer schaut, könnte man meinen man hätte es hier mit wirklich schwerer Kost zu tun, die gegebenenfalls noch einen guten Mindfuck für den Zuschauer bereit hält – um so größer war die Ernüchterung nach der Sichtung.

neverlost still 3

Es gab ja schon einige Filme, bei denen sich Traum und Realität oft nach und nach immer mehr vermischten und man irgendwann nicht mehr wusste, was nun Wirklichkeit ist, gibt es doch in beiden Welten genug Andeutungen dafür. Dies weiß man auch hier gut zu nutzen. Man kann sich durch verschiedene Hinweise vorstellen, dass beides wahr sein könnte. Ein Problem dabei stellt allerdings das erste Drittel des Films dar. Der Protagonist ist gebeutelt von seiner Umwelt, seiner Vergangenheit, kümmert sich nicht um seine Ehe, hat keinen Job und vegetiert somit nur noch (schlaflos) vor sich hin und ist somit nur noch ein Schatten seiner selbst.
Dadurch, dass die mysteriöse Komponente durch das Einbinden der zweiten (Traum-)Welt erst nach einer Weile geschieht, hat sich mittlerweile der Eindruck gefestigt, dass es sich bei seinem tristen Dasein zwangsläufig um die Realität handeln muss.
Der Zuschauer wird somit im weiteren Verlauf zwar noch das ein oder andere Mal verunsichert, hat sich aber eigentlich schon festgelegt, was den restlichen Film nicht mehr allzu relevant erscheinen lässt. Egal, wie viele Kniffs in beiden Welten noch eingebaut werden. Die Story hat sich somit selbst viel zu früh entschärft und den Spannungsbogen somit bereits halb zum Einbruch gebracht.

neverlost still 1

Was die Schauspieler angeht, so wird man hier höchstwahrscheinlich kein bekanntes Gesicht antreffen. Die Schauspieler sind in Ordnung. Nicht besonders gut, aber auch keinesfalls schlecht, wobei die deutsche Synchro sie sicherlich schlecht erscheinen lässt.  Der Konflikt des Hauptprotagonisten Josh wird gut dargestellt und sein Verlangen der “Realität” zu entfliehen ist durchaus nachvollziehbar.

Zu gute halten muss man dem Film außerdem, dass mit wenig Mitteln eine trotzdem noch einigermaßen interessante Story konstruiert wurde. In den düsteren Momenten wird der Film zudem von einem Score unterstützt, der geneigte Filmkenner sofort aufhorchen lässt. Nicht selten fühlt man sich oft an Clint Mansell’s genialen Score zu “Requiem for a Dream” erinnert. Die Parallelen sind unverkennbar, allerdings hat man sich nicht am, mittlerweile vielleicht schon verbrauchten, “Lux Aeterna” bedient, sondern eher an die elektronisch angehauchten Töne. Schlecht fand ich das nicht, passte eigentlich ganz gut, auch wenn man behaupten kann, dass es ziemlich abgekupfert wurde.

neverlost still 2

Zum Schluss versucht man eine Art offenes Ende zu erzeugen, bei dem man selbst entscheiden soll, was nun Traum und Realität ist. Leider war das, zumindest in meinem Fall, relativ früh klar und durch die vielen Verflechtungen zwischen den Welten, machte sich langsam der Eindruck breit, dass man hier zu viel wollte. Einige mögen hier vielleicht noch Einiges hineininterpretieren, was ja schön und gut ist, für mich in diesem Fall aber nicht angebracht. 
Idee gut, Umsetzung okay, aber etwas verschenktes Potenzial. Kann man sich mal angucken, verpassen würde man allerdings auch nichts. Bloß nicht zu viel in Richtung “The Machinist” erwarten, das ist ein ganz anderes Kaliber. 6/10

 

Zur Blu-Ray Veröffentlichung von ION New Media:

Bild und Ton sind gut, auch wenn ich die deutsche Synchronfassung eher als misslungen betrachte. Extras gibt es keine, bis auf die Trailershow. Der Film kommt im üblichen Amaray mit Wendecover daher. Die im Internet oft gesehene 18er Plakette, wie sie auch bei Amazon zu sehen ist, war nur ein Vorabdruck des Vertriebs, da man nicht mit einer ungeschnittenen FSK 16 gerechnet hatte, sie aber letztlich doch erhielt.
In der Störkanal-Reihe gab es schon bessere, aber auch schlechtere Filme. Demnächst erscheint übrigens auch “Bellflower” in der Reihe, welcher meinen Film des Jahres 2011 darstellt.


"Neverlost" jetzt auf Blu-Ray oder DVD bei amazon.de kaufen.

 

Donnerstag, 15. März 2012

Review: The Grey - Unter Wölfen (2012)

Regie: Joe Carnahan | Cast: Liam Neeson, Frank Grillo, Dallas Roberts, Dermot Mulroney u.a.
IMDb | OFDb | Moviepilot
Deutscher Trailer



The Grey Unter Wölfen Poster Deutsch



Plot:
John Ottway (Liam Neeson) ist in Alaska bei einem Ölunternehmen angestellt, um dort die Bohrarbeiter vor wilden Tieren zu schützen. Er und ein Trupp Männer befinden sich auf dem Rückflug in die Heimat, als ihr Flugzeug in einen heftigen Sturm gerät und in der Wildnis abstürzt. Eisige Kälte empfängt die Männer in einer scheinbar unendlichen Schnee-Hölle. Die acht Überlebenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versuchen sich in Richtung Süden durchzuschlagen -- doch Hunger und Kälte sind nicht die größte Gefahr: Die Absturzstelle liegt inmitten eines Jagdreviers von Wölfen. Das Rudel hat die Männer bereits entdeckt und nimmt die unerbittliche Verfolgung auf.

In einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit liefern sich Mann und Wolf ein gnadenloses Duell um Leben und Tod. Nur gemeinsam als Gruppe können die Männer jetzt überleben. Jeder Fehltritt, jede Schwäche eines Einzelnen, kann sie das Leben kosten.

 
Filmkritik:
[kann minimale Spoiler enthalten]
Vor einiger Zeit, als ich das erste Mal etwas über den Film gelesen hatte und kurz darauf einen ersten Trailer sah, war ich doch sehr skeptisch. Der Film schien sich selbst überaus ernst zu nehmen, obwohl mittlerweile jeder wissen sollte, dass Wölfe nicht auf Menschen losgehen, geschweige denn diese jagen, um sie zu verspeisen.

Umzingelt von Wölfen
Nun gut, mit dieser Skepsis im Hinterkopf schaute ich mir den Film dann trotzdem an. Es fängt behäbig an, Liam Neeson's Charakter wird etwas eingeführt und man merkt, dass der Film eindeutig fast komplett nur auf ihn zugeschnitten ist, was ja auch nichts Schlechtes sein soll, ich meine Neeson ist ein verdammt genialer Schauspieler. Wenn es dann irgendwann zur Sache geht und erste Wolfsattacken zu sehen sind und daraufhin sogar das Thema über angreifende Wölfe angesprochen wird und dies mit zwei fadenscheinigen Erklärungssätzen abgetan wird, sollte einem klar sein, dass man den Film absolut nicht ernst nehmen sollte, um hier seinen Spaß zu haben. Alles klar, damit The Grey Unter Wölfen - Astronaut Liam Neesonkonnte ich mich abfinden. Wer das an diesem Punkt noch nicht konnte, dem wird das wohl bewusst werden, wenn Liam Neeson einem Wolf im Kampf gegenüber steht und ihn Motherfucker nennt. Jep, die Wölfe werden hier des öfteren als "Motherfucker" oder wahlweise auch als "Son of a Bitch" personifiziert. Irre gut! Mich hats tierisch amüsiert, auch noch nach dem 10. Mal! In MacGyver-Manier erfindet Liam 'THE MAN' Neeson hier Wolf-Motherfucker-Killing-Gadgets, damit sein Trupp  und er bei einem monströsen Blizzard, der übrigens kein Special Effect ist, wie der gute Liam es in einem Interview verriet (ich glaube er ist hier der wahre bad Motherfucker), unbeschadet weiterwandern können.

Wie man es bei so einem Film erwarten kann, wird die Gruppe immer kleiner und kleiner, aber dabei wird den anderen Gruppenmitgliedern hinter den zu Beginn noch unwichtig erscheinenden Figuren noch ein Gesicht verliehen - Neeson stellt sich dann mal kurz zurück. So wird jedem noch etwas Tiefe verliehen - kommt gut und passt.
Die Spannung bleibt nicht einen Moment auf der Strecke und ist zum zerreißen! Carnahan inszeniert den Film einwandfrei. Nicht mal die sonst so störende Wackelkamera (Grüß dich Paul Greengrass!) hat mich hier stören wollen. Dazu noch atmosphärische von atemberaubender Schönheit gefilmte Landschaftsaufnahmen eines im Schnee versunkenen Kanada mit seinen gleichermaßen faszinierenden wie bedrohlichen Wäldern. Man mag schon fast meinen, dass das zu schön für einen derartigen Film ist, der definitiv etwas von einer B-Movie Prämisse in sich trägt, dafür jedoch ohne Frage mit einem Big Budget ausgestattet ist.


The Grey Unter Wölfen - Schöne Aussichten I


Ein kleiner Makel äußert sich noch in der Darstellung der Wölfe. Nope, ich rede nicht von der moralischen Darstellungsweise, sondern von der rein optischen. Es wurde teilweise mit echten Wölfen gedreht, teils mit Attrappen und auch mit CGI-Effekten. In manch einer Szene erscheinen einem die Bewegungen der Wölfe etwas seltsam und künstlich. Aber hey! Wen interessiert das, wenn es um einen Film geht, in dem Liam Neeson als Pendant zum Alpha-Wolf wird und sich gegen ein Wolfsrudel stellt, um es fertig zu machen? Richtig, niemand!
Ansonsten wird der sehr positive Gesamteindruck gelegentlich leicht gedrückt, wenn durch das ein oder andere Gespräch der Protagonisten eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tiefe suggeriert werden soll. Das passt nicht so ganz, da man den Film sowieso nicht ernst nehmen kann/sollte. Etwas deplatziert, aber nicht allzu schlimm.


The Grey Unter Wölfen - Flugzeugabsturz
"Uncharted" lässt grüßen

Was bleibt zu sagen? Der Film hat mich überrascht. Ich bin froh, dass ich mich schnell mit dem Umgangston des Films anfreunden konnte und ich die vorangegangene Skepsis schnell über Bord werfen konnte, denn sonst hätte ich nicht so verflucht viel Spaß mit diesem wahrlich männlichen Survival-Actionthriller haben können. Geiles Teil! 8/10


Bilder:
Cinemaxx.de
Eigene Screenshots


Dienstag, 13. März 2012

Review: Gantz – Die ultimative Antwort (2011)

Regie: Shinsuke Sato | Cast: Kazunari Ninomiya, Ken'ichi Matsuyama, Yuriko Yoshitaka
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon

Gantz 2 Die Ultimative Antwort Poster Cover

Plot:
Vor fünf Monaten wurde Kato im Kampf gegen die Aliens getötet. Sein Freund Kei aber ist weiter im gnadenlosen Spiel der mysteriösen Kugel GANTZ gefangen. Wenn er genug Punkte sammelt, kann er Kato wieder ins Leben zurückholen. Dabei geht der Kampf gegen die brutalen Aliens in Menschengestalt weiter. Doch dann wird ein neues perfides Spiel eröffnet: Die junge Eriko erhält eine Mini GANTZ Kugel. Von dieser bekommt sie den Auftrag, vier Menschenleben auszulöschen. Auch Keis Freundin Tae steht auf der Liste.

 

“Die Ultimative Antwort” ist nun schon der zweite Live-Action-Film zum gleichnamigen populären Manga. Die Mangas habe ich nicht gelesen, dafür aber den Anime zu gewissen Teilen gesehen.
Vorweg also kurz etwas zum ersten Film “Gantz: Spiel um dein Leben”: Man kann sagen, dass sich der erste Film einigermaßen an die Vorlage hält, auch wenn einige Inhalte recht schnell abgehandelt wurden. Die Action konnte überzeugen und der aus dem Anime bekanntermaßen hohe Gewaltgrad war akzeptabel. Die Effekte wurden gut umgesetzt und wirken nur selten etwas pragmatisch. Leider gab es oft nicht nachvollziehbare Handlungsweisen der Charaktere, die das Bild doch recht uneben erscheinen ließen. Insgesamt bot der Film gute Unterhaltung und machte aufgrund der interessanten Story durchaus Lust auf mehr.

 

Filmkritik:
[kann minimale Spoiler enthalten]

Konnte der Nachfolger die Erwartungen erfüllen? In Japan zumindest war der Film, wie auch sein Vorgänger, ein absoluter Kassenerfolg. Nun, wie verhält es sich also mit der Qualität des Films? Meiner Meinung nach konnte der Film das interessante Grundgerüst nicht besonders gut fortsetzen, um nicht zu sagen: Der Film war bestenfalls gerade noch Durchschnitt, wenn überhaupt. 
Gantz Die ultimative Antwort 3
Eines der größten Probleme des Films besteht darin, dass fast keine der im ersten Teil aufgeworfenen Fragen beantwortet werden. Was ist Gantz? Woher kommen die Aliens? Wieso müssen sie getötet werden? Stattdessen werden einfach neue Charaktere in den Pott geworfen. Dazu eine fragwürdige neue Handlung, die sich von oben genannten Fragen schön entfernt und nur weitere Fragen aufwirft, was diesmal allerdings eher negativ zur Geltung kommt. Hinzu kommt die ungemein lange Laufzeit von 135 Minuten, die das ganze zuweilen ungemein dehnt, was Langeweile aufkommen lässt.

Gantz Die Ultimative Antwort 2 
Daneben gibt es aber auch unterhaltsame Actionparts mit netten Special-Effects, die erfrischend anders daherkommen. Diese kommen teilweise überraschend kompromisslos daher. In beispielsweise einer Szene im Zug, als eine Gruppe Aliens gegen die vermeintlichen Helden kämpft, werden unglaublich viele Zivilisten einfach durch mehrere Schuss-Salven... nunja.. niedergemäht.
Die Kämpfe, sei es mit Samuraischwert oder Feuerwaffe, sind rasant in Szene gesetzt, sehr kurzweilig und können neben den drögeren Passagen, in denen verzweifelt versucht wird eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufzubauen, gut unterhalten. Zudem macht der ansprechende Look des Films in seinem Science-Fiction Gewand stets etwas her, wie bereits im Vorgänger.
Komme ich aber zu einem weiteren Problem des Films. Einige Schauspieler neigen zu immensem Overacting, wobei die deutsche Synchronisation, die sich eher auf durchschnittlichem NiveauGantz Ultimative Antwort 1 befindet, dazu sicher noch etwas beigetragen hat. Jedenfalls wirken fast sämtliche Passagen, in denen man die Beziehung(en) zwischen den Figuren intensivieren will, zu aufgesetzt und unglaubwürdig. Ferner nimmt man einigen Schauspielern ihre Rolle auch in keinster Weise ab – der ermittelnde Polizist sieht zum Beispiel eher aus wie ein junger Student mit künstlich wirkendem Bart als ein professioneller Kriminalbeamter.

Nach dem fragwürdigen und etwas kitschigen Ende stellt sich die Frage, die auch während des Films schon auftrat: Was sollte das jetzt? Ich weiß es nicht. Gute Actioneinlagen hin oder her, der Film ist leider Gottes keine wirkliche Fortsetzung, denn man will offenbar gar nicht erst auf irgendwelche Aspekte des Vorgängers eingehen, was verdammt schade ist. So bleibt nur noch ein unnötiger Film mit ein paar netten Szenen und der Grundprämisse des Mangas bzw des Animes über. 4.5/10

 

Zur DVD: Die deutsche DVD von Sunfilm kommt im Amaray mit Wendecover daher. Enthalten ist die deutsche wie auch die japanische Tonfassung, welche ich im Nachhinein definitiv empfehle – deutsche Untertitel sind vorhanden. Als Extras findet man ein kurzes Making-Of und eine Trailershow vor.


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Dienstag, 28. Februar 2012

Kurzreview: "Redline" (2009)

Regie: Takeshi Koike | Cast bzw. Synchronsprecher: Takuya Kimura (Jaron Löwenberg), Yû Aoi (Antje von der Ahe) u.a.
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Plot:

Alle fünf Jahre findet das härteste und mörderischste illegale Rennen des Weltalls statt: REDLINE. Nur die verrücktesten und verwegensten Fahrer nehmen an diesem Asphalt-Battle teil, so wie JP – ein „Vollkaskonaut“, ein leichtsinniger Draufgänger, dessen spezialangefertigte „TransAm.“ ihm bei den extremen Geschwindigkeiten immer wieder um die Ohren fliegt. Eine seiner Gegnerinnen ist Sonoshee, ein heißer Feger, entschlossen zu tun was auch immer nötig ist, um beim REDLINE auf dem Siegerpodest zu stehen. Vereint im Finale, Kühler an Kühler gereiht, sitzen die abgefucktesten Fahrer in ihren asphaltschmelzenden Maschinen und warten … und dann geht es los!

 

Filmkritik:

Redline still - JP Dieser Anime (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, schundigen Liveaction-Film aus dem Jahr 2007, der nichts mit diesem Werk zu tun hat) bietet Eyecandy vom feinsten und das auch noch im Cyberpunkt-Bereich! Allein dafür gibt’s schon einen dicken Sympathiebonus.
Was ebenfalls verdammt sympathisch daherkommt, ist die Figurenzeichnung. Nicht nur der Protagonist, J.P., ist unglaublich cool und erinnert zuweilen an Spike Spiegel (vielleicht bloß nicht ganz so abgebrüht) aus der legendären Serie "Cowboy Bebop" von Shinichirō Watanabe, sondern selbst die Nebencharaktere versprühen das gewisse Etwas, weisen gewisse Züge auf, die sich einprägen und verkommen nicht nur zu irgendwelchen Füllfiguren, deren Namen man sich während des Films eh nicht merken kann/will, was leider viel zu oft vorkommt.

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Die Action ist, wie es sich für ein derart überdrehtes Rennspektakel gehört, rasant inszeniert und wenn diese erst mal anfängt, so wird das auch nonstop durchgezogen, sodass man bald von einer unglaublichen Bilderflut überrollt wird. Da macht das Zuschauen wirklich einen riesen Spaß.
Natürlich ist alles unglaublich übertrieben und man reizt hier wirklich so Einiges aus, aber das fällt keinesfalls negativ ins Gewicht, da die Inszenierung ebenso abgefahren daherkommt, auch wenn so manch eingespielter Theme-Song zu gewissen Charakteren etwas sehr beknackt erscheinen mag.

Falls jemandem der Zeichenstil bekannt vorkommt, mag eventuell daran liegen, dass Regisseur Takeshi Koike sich für einen der "Animatrix" Kurzfilme ("World Record") verantwortlich zeichnet, den ihr auch auf YouTube schauen könnt, wenn ihr diesem Link folgt. Als Schreiberling ist zudem noch Katsuhito Ishii involviert, Regisseur der Anime Sequenz aus "Kill Bill Vol. 1" von Quentin Tarantino.
Redline Still

Der ganze Film wirkt wie ein extremer, temporeicher und kurzweiliger Trip, der so wahnsinnig schnell vorbeigeht, dass es fast schon wieder ein bisschen schade ist. In den knapp 100 Minuten hat man dafür einen Heidenspaß, ohne dass auch nur irgendeine Länge aufkommt. Allerdings ist man vom japanischen Animationsstudio Madhouse ("Das Mädchen, das durch die Zeit sprang", "Paprika", "Tokyo Godfathers" uvm) mittlerweile auch einen hohen Qualitätsstandard gewohnt. 
Meiner Ansicht nach hätte der Stoff sicher gut mit einer Serie fortgesetzt werden können. Das Potenzial wäre durchaus vorhanden gewesen. Das soll den Eindruck im Hinblick auf den Film aber keineswegs schmälern, denn es kommt einem Film doch sehr zu gute, wenn man anschließend noch mehr von den Charakteren und der Action sehen will. 8.5/10


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Bilder:
red-line.jp
Eigene Screenshots

Donnerstag, 23. Februar 2012

Film- / Serienreview: "Sherlock - Eine Legende kehrt zurück" Staffel 1

Creator(s): Mark Gatiss, Steven Moffat | Cast: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman
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Sherlock staffel 1 poster blu-ray front cover

 

 Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) meldet sich zurück und ist jünger und energetischer denn je! In der ebenso originellen wie spannenden Neuauflage des klassischen Stoffes nach Sir Arthur Conan Doyle begibt sich Holmes mit Smartphone und Notebook bewaffnet auf große Verbrecherjagd im London des 21. Jahrhunderts. Unterstützung erfährt er in Dr. John H. Watson (Martin Freeman, „Hot Fuzz“), einem posttraumatisierten Kriegsveteranen, der Holmes bei dessen Ermittlungen nicht von der Seite weicht.

 

Mit der britischen Serie “Sherlock” hat man mit etwas Altem mal etwas angenehm Frisches geschaffen. Der weltbekannte Detektiv und sein Kollege Watson machen eine Zeitreise ins 21. Jahrhundert – dabei werden viele bekannte Gepflogenheiten, die man von den Charakteren bereits kennt, ebenfalls ins Hier und Jetzt transportiert. Sherlock Holmes raucht keine Pfeife, er benutzt Nikotinpflaster. Watson schreibt statt eines Tagebuchs einen Blog. Das kommt schon ganz amüsant rüber, wenn man das so sieht.

Den von Robert Downey Jr. verkörperten Sherlock kann Benedict Cumberbatch (“Dame König As Spion”, “Gefährten”) mit seiner Leistung in der Serie locker in die Tasche stecken. Er ist sarkastischer, scharfsinniger, witziger, ohne ins Alberne abzudriften und hält sich, trotz des Zeitsprungs, näher an Arthur Conan Doyle’s ursprünglichem Holmes. Die Analysen des Meisters suchen seinesgleichen und begeistern jedes Mal wieder aufs Neue und lassen den Zuschauer oft vor lauter Staunen letztlich nur noch mit einem Schmunzeln zurück.

sherlock und watson - serie
So, wie man die Rolle in der Serie zu sehen bekommt, kann man dazu neigen einen Vergleich zu Hugh Laurie’s Dr. House zu ziehen, was nicht völlig abwegig ist, so haben beide einen ausgeprägten Hang zum Sarkasmus, halten sich für äußerst intelligent (was, ja nicht abwegig ist) und werden von dem Zwang verfolgt alles und jeden zu analysieren und sämtliche Fälle, mit denen sie in Kontakt treten zu lösen. Anders als der verbitterte Arzt, ist der Meisterdetektiv hier hingegen kein Mensch, der alles und jeden hasst oder zumindest so tut als ob. 

Martin Freeman, der angehende Bilbo Beutlin (“Der Hobbit”), spielt Dr. Watson, den ewigen Kumpanen Sherlocks. Man tat gut daran, John Watson eine gebührende Einleitung zu geben und dort anzusetzen, wo Sherlock und Watson noch keine Partner sind, sondern sich erst noch kennenlernen. Watson ist zwar Arzt, jedoch ein Kriegsarzt, der traumatisiert aus Afghanistan zurückkehrt und an seinen traumatischen Erlebnissen zu nagen hat.
Jedoch bleibt dafür nicht allzu viel Zeit, nachdem er Sherlock Holmes kennengelernt hat und erkennt, dass er eben genau diesen aufregenden und gefährlichen Teil seines Lebens zu vermissen scheint. Die Freundschaft der beiden wird von einigen Running-Gags dominiert und man entwickelt ungemeine Sympathien für die beiden Freunde. Dr. John Watson stellt dabei den Identifikationscharakter dar, wesentlich geerdeter als sein Partner, während dieser den Begeisternden Part vollkommen einnimmt. Hier wird sich nicht großartig in den Vordergrund gespielt, wobei die Titelrolle natürlich ein klein wenig mehr Platz einnimmt. Mit einem geschätzten 55:45 Verhältnis ist das allerdings als relativ ausgewogen zu betrachten.

sherlock ermittlungen echtzeitDie Inszenierung geht zuweilen locker über das typische Serienniveau hinaus und könnte auch als Filmproduktion durchgehen. Ebenfalls wartet die Serie mit dem ein oder anderen weiteren originellen Kniff auf. Man sieht beispielsweise häufig “Live-Texteinblendungen”, um dem Zuschauer zu zeigen, was jemand beispielsweise gerade mit seinem Smartphone macht oder eben auch die über den Bildschirm wuselnden Gedankengänge Holmes’. Das ist insofern als positiv zu werten, da man als Außenstehender dadurch besser mit in die Handlung einbezogen wird und anfängt mitzurätseln, da Holmes oft nicht gleich seine längst gezogenen Schlüsse preisgibt. Die Spannung bleibt somit oft bis zum Schluss erhalten, auch wenn man vielleicht schon Teilschlüsse ziehen konnte, so wartet nicht selten immer noch eine Überraschung auf den Zuschauer.

Es ist unglaublich wie schnell man sich daran gewöhnt, dass das Geschehen im heutigen Zeitgeschehen - mit Computern, dem Internet, Smartphones uvm - stattfindet. Bereits ab dem zweiten Film bzw. der zweiten Episode oder viel mehr spätestens dann erachtet man dies für selbstverständlich, was wohl auf die hervorragenden Drehbuchautoren, die erstklassige Inszenierung, die beiden wunderbaren Hauptdarsteller und ihre durchweg guten Nebendarsteller zurückzuführen ist. Der Transfer ist gelungen, die Zeitreise ist geglückt. “Sherlock” ist ein voller Erfolg – bitte noch viel mehr davon!

 

Episoden im Überblick:

Ein Fall von Pink (OT: A Study in Pink), Regie: Paul McGuigan8/10

Der blinde Banker (OT: The Blind Banker), Regie: Euros Lyn8/10

Das Große Spiel (OT: The Great Game), Regie: Paul McGuigan9/10

 

Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Polyband:

Die Blu-Ray kommt als Amaray verpackt in einem Pappschuber daher – leider beides mit einem dicken, nicht ablösbaren Flatschen behaftet.

Bild: Was die optischen Werte betrifft, so weiß das Bild durch eine überaus gute Schärfe und Kantenzeichnung zu punkten. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, während die Farben etwas schwächer wirken, kraftlos. Dies scheint allerdings durchaus gewollt zu sein. Ansonsten tritt in manchen dunkleren Szenen gelegentlich etwas Filmkorn auf und gelegentlich macht sich eine gewisse Weichzeichnung breit, wobei ich nicht sagen kann ob das gewollt ist oder nicht. Serientypisch kommt das Format im Vollbild daher (1,78:1). 8/10

Ton: Vorhanden ist die englische Originaltonspur und die deutsche Synchronfassung – beides in DTS HD 5.1. Erquickenden Surroundsound braucht man hier nicht erwarten, da es sich eben um eine Serie handelt und dies meist der Fall ist. Sprachwiedergabe, Musik und sonstige Geräuschkulissen sind gut verständlich und klingen ordentlich. 7/10

Extras: Neben dem ausführlichen Booklet findet sich auf den Discs der ursprüngliche Pilotfilm der Serie, der knapp eine Stunde Laufzeit beträgt, jedoch nur im Originalton vorhanden ist. Weiterhin gibt es zwei Audiokommentare und ein Making-Of (30 min), welches leider ebenfalls nur auf Englisch vorliegt. 7/10

 

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Bilder:
polyband.de
f.a.z. fernsehblog

Freitag, 10. Februar 2012

Kurzreview: I Melt With You (2011)




Plot:
Jonathan, Richard, Ron und Tim sind gute Freunde aus College-Zeiten und mittlerweile alle Mitte 40. Als sie ihr jährliches Wiedersehen feiern, läuft nicht alles wie erwartet und die Dinge geraten außer Kontrolle. Alkohol- und Drogenexzesse, wilde Partys und ein Pakt aus Jugendzeiten wird erneut aufgegriffen...


Filmkritik:
[kann minimale Spoiler beinhalten]

Vier alte Freunde treffen sich, wie jedes Jahr einmal, um eine Woche lang Spaß zu haben und in laengst vergangenen Zeiten zu schwelgen.
Was zunaechst den Anschein eines krassen Partywochenendes voll von Alkohol und Drogen hat, mutiert zu einem duesteren psycho-dramatischen Spiel zwischen den vier Freunden. Der Film wird stets begleitet von einem oft genial rockigen Soundtrack (Sex Pistols, Dead Kennedys, Filter, Pixies, The Clash u.v.m.), der einfach Spaß macht.
Dazu kommt die einmalige Kulisse des "Big Sur", einem atemberaubenden Kuestenstreifen mit Duenen, Sand- und Felsstraenden und einer faszinierenden Klippenlandschaft - voellig abgelgen von der "echten" Welt. Ebenso eindrucksvoll wurde diese Szenerie hier von Kameramann Eric Schmidt ("The Mechanic") eingefangen. Eine perfekte Umgebung also, um der Realitaet zu entfliehen, auch fuer die Protagonisten des Films, so scheint es.

Daneben macht sich jedoch nach und nach ein großer Anteil an Melancholie und Depression breit, die die Abgruende und ganz persoenlichen Krisen der einzelnen Identitaeten offenbart. Dabei geht es auch um das allgemeine Thema der in der Jugend gesetzten, aber nie in der Form verwirklichten Ziele. Um diese "Hardcore-Midlife-Crisis" zu kompensieren findet sich ein wahres Sammelsurium an Drogen, dass es vollends auszuschoepfen gilt. Einen derartig hohen und vor allem ruecksichtslosen Konsum von Rauschmitteln hat man schon lange nicht mehr in einem Film gesehen.

Drogencocktail fuer Jonathan (Rob Lowe, links)

Die vier Darsteller, speziell Thomas Jane und Rob Lowe, machen einen verdammt guten Eindruck und irgendwie goennt man es ihnen doch sehr... auch nachdem "Give 'Em Hell Malone" mit Jane nicht der versprochene Noir-Actioner wurde, den man sich erhofft hatte und Lowe zuletzt vermehrt in Serien ("Californication", "Brothers & Sisters") zu sehen war. Die Maenner leisten ganze Arbeit mit ihrer perfekt akzentuierten Darstellung. Hier braucht es keine (Moechtegern-)Starpower eines, sagen wir mal, Bradley Cooper ("Hangover") oder dergleichen. Schade nur, dass soetwas nur selten wahrgenommen bzw. zu wenig anerkannt wird, denn jeder der vier Schauspieler hat mit seiner Rolle im Film nochmal eine eindeutige Empfehlung fuer sich selbst ausschreiben koennen.
Wie beispielweise Entertainment Weekly, um nur einen unter vielen zu nennen, den Film als schlechtesten Film des Jahres 2011 werten koennen, will sich mir absolut nicht erschließen.

Das Haus der vier Freunde am "Big Sur"

Bedrueckend, duester, exzessiv, kompromisslos, nervenaufreibend, radikal und roh. All das beschreibt "I Melt With You", diesen Rausch von Film. Es ist wahrlich ein Geheimtipp, der sich lohnt. Sicher nicht fuer Jedermann geeignet, aber man kann nur hoffen, dass er irgendwann sein Publikum und noch mehr Anklang finden wird. Leute, die Filme moegen, die manchmal ein Schlag in die Magengrube sind und noch Tagelang nachwirken, werden ihre Freude mit dem Film haben.
Mit Luft nach oben: 8.5/10


"Every time we were together, we were not present. We weren't here. We were wasted! We were always fucking wasted, okay? We didn't do what we said we would. Maybe... all this... was... a way of saying... we remembered... we remembered what we used to feel." [Richard]


Bilder:
filmofilia.com
Eigene Screenshots 

Dienstag, 7. Februar 2012

Review: Dead Space: Aftermath (2011)

Regie: Mike Disa | Cast: Christopher Judge ,Ricardo Chavira, Curt Cornelius u.a.



Plot:
Eine Spezialeinheit von Space Marines rettet die überlebenden Crew-Mitglieder der USG O'Bannon. 
Die Crew der USG O'Bannon erhielt den Auftrag, den Kommunikationsabbruch zu dem Bergbau-Raumschiff USG Ishimura zu untersuchen, welches sich im Orbit des Planeten Aegis VII befand. Was als eine Routinemission begann, entpuppte sich als wahrer Höllentrip. Die Crew der USG O'Bannon stieß auf eine dunkle Macht, die unbarmherzig jede Hoffnung auf ein Überleben zunichtemacht.
 Die Verhörspezialisten der Marines versuchen nun durch die Überlebenden der O'Bannon die genauen Einzelheiten über die grausamen Vorkommnisse auf Aegis VII zu erfahren...


Filmkritik:
[kann leichte Spoiler beinhalten]
Im Voraus sollte erwaehnt werden, dass ich die Spiele nicht gespielt habe. Den ersten Teil habe ich nur mal angezockt, aber auf mehr als 40 Minuten Spielzeit bin ich wohl nicht gekommen, was aber mehr am Zeitmangel lag und nicht an der (sehr hohen) Qualitaet des Spiels.


Gut, die bisherigen Filme "Dead Space: Downfall" und juengst "Dead Space: Aftermath" sollten sowohl Spieler der Versoftungen als auch Neulingen zugaenglich sein. Inwiefern der geneigte Zuschauer das unterschreiben kann, muss er wohl fuer sich entscheiden.
Ich zumindest kam gut mit dem Plot klar und hatte keinerlei Einstiegsschwierigkeiten, da mir die Grundprämisse des "Dead Space"-Universum einigermaßen vertraut war. So viel dazu also.


Gleich in den ersten zwei Minuten wird einem einer der unglaublichen Schwachpunkte des Films eindringlich praesentiert. Die am Computer entstandenen Animationen, wenn man sie so schimpfen kann, sind leider dermaßen schlecht, dass man glatt vermuten koennte, man wuerde erste Konzepte / Modelle eines Space-Shooters aus dem Jahr 2002 sehen. Es kommt einem wahrlich so vor als wuerde man hier nur die "Models" ohne Texturen sehen, so verhaelt es sich zumindest bei den Raumschiffen - diese grauen, eckigen Kloetze.
Die einzelnen Individuen sind aehnlich jaemmerlich animiert - bewegen sich also hoelzern und weisen beinahe keinerlei Mimik auf.
Gott sei Dank ziehen sich diese optischen "Schauwerte" nicht durch den ganzen Film, so beziehen sich die Computergenerierten Animationen lediglich auf cirka 30-40%. Der Rest ist im normalen Zeichentrick- bzw Animestil gehalten. Zwar koennten diese gelegentlich durchaus detailreicher sein, aber das Niveau bewegt sich auf einem ordentlichen Level. Uebrigens ist es mitunter als laecherlich zu betrachten, dass sich die 3d-animierten Protagonisten optisch teilweise drastisch von ihren Zeichentrick-Ebenbildern unterscheiden. Das kann man auch nicht durch die verschiedenen 2d-Animationsstile begruenden - hier wurde einfach schludrig gearbeitet.
Die Gore-Effekte, wovon es in typischer Dead Space-Manier mal wieder reichlich gibt, wissen zu ueberzeugen, auch wenn man im Vorgaenger-Film noch etwas haerter zur Sache ging. Man rechnete beim Vertrieb wohl auch mit einer 18er-Freigabe, jedoch wurde Aftermath ungeschnitten ab 16 freigegeben.


Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die Figuren. Teilweise sind diese so nervig, dass man sich wuenscht, dass sie endlich sterben, damit das Gelaber, Gejammere oder was auch immer endlich ein Ende hat. Das fuehrt natuerlich dazu, dass man nie mit den Protagonisten mitfiebert und es lediglich nur noch darum geht den Film ueber sich ergehen zu lassen, waehrend es zwischendurch noch ein paar nette Splattereinlagen zu sehen gibt, die allerdings auch nicht lange haengen bleiben. 
Die Atmosphaere der Spiele wird nichtmal ansatzweise erreicht, das konnte selbst ich, der wie eingangs erwaehnt nur kurz mit dem ersten Teil zu tun hatte, feststellen. Von "Horror" fehlt hier auch jede Spur, wenn man die Metzelszenen einmal außen vorlaesst, da diese ja noch keinen Horror an sich ausmachen.

Die Erzaehlweise schließt sich uebrigens aus Rueckblenden der Ueberlebenden zusammen. Diese formen, mehr oder weniger, ein großes Gefuege, was nach und nach eine Verbingung mit der gegenwaertigen Handlung knuepft um dort zu gipfeln und so die Einleitung fuer den zweiten Teil der Videospielreihe darzustellen - mehr oder weniger wiedermal. Die Geschichte duempelt dann eben so vor sich hin, absolut uninteressant und wenig unterhaltend.

Mit einem absolut unnoetigen Cel-Shading-artigen 3D-Look, einer verkorksten Story und unsympathischen, gar nervigen Charakteren bleibt "Dead Space: Aftermath" ein Aergernis, dass nur durch die teils netten 2d-Animationen und die damit verknuepften Splatter-Einlagen punkten kann. 4/10


Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von I-On New Media und Animaze:

Die Blu-Ray kommt in einem typischen Amaray mit Wendecover daher. Das Bild ist gut, wenngleich dies etwas durch die im Film schwachen Animationen etwas getruebt wird. Was den Ton anbelangt, so gibt es eine deutsche und englische Tonspur, welche jeweils DTS HD 5.1 codiert sind und ebenfalls ueberzeugen koennen, auch wenn man sich hier etwas bedrohlichere Klaenge gewuenscht haette. An Extras gibt es nur eine Trailershow, weiter nichts.




Bilder:
rzmovies.ch
eigene Screenshots 

Mittwoch, 1. Februar 2012

Review: Dark Planet - The Inhabited Island (2008) / Rebellion (2009)


ImageBanana - darkplanetinhabitedislandrebellionpo.png


Plot:
2157 auf Saraksh, dem sternenlosen Planeten: die Bewohner leiden unter den verheerenden Folgen eines jahrelang andauernden Atomkriegs. Der Frieden ist alles andere als stabil und fünf unbekannte brutale Herrscher regieren den Planeten. Als der junge Maxim Kammerer das Weltall auf der Suche nach fremden Zivilisationen durchstreift, macht er eine Bruchlandung auf dem von Terror und Krieg zerstörten Saraksh…



Filmkritik:
[kann leichte Spoiler beinhalten]

Vorweg: Natuerlich wird hier die Originalfassung, bestehend aus zwei Teilen, bewertet, da die internationale Fassung tatsaechlich von urspruenglich insgesamt 228 Minuten auf mickrige 120 Minuten (!) komprimiert wurde. Differenzieren werde ich jetzt nicht zwischen den beiden Teilen oder den Fassungen.

Maxim bei seiner Lieblingsbeschaeftigung:
Bloed gucken & grinsen

Was fast jeder an diesem Film bemaengelt, ist, voellig zurecht, der Hauptdarsteller. Beinahe dauergrinsend laeuft er von Szene zu Szene.  
Gunnery Sgt. Hartman (R. Lee Ermey) aus "Full Metal Jacket" waere verbluefft, dass es noch schlimmer geht als bei seinem emehaligen Untergebenen Private Paula (Vincent D'Onofrio) - er haette dem jungen Russen ordentlich Beine gemacht und ihm sein Grinsen mit Sicherheit aus seiner Sunnyboy-Visage gewischt...
Ernst nehmen kann man Vasiliy Stepanov, der uebrigens nur mehr oder weniger durch Zufall zur Profession des Schauspielens kam, wirklich zu keinem Zeitpunkt. Damit sollte man sich so schnell wie moeglich abfinden.
Nach gut 15 Minuten Laufzeit hat man den Film schon fast abgehackt, bis die optischen Schauwerte durchkommen und wirklich eine beeindruckende futuristische und gleichermaßen heruntergekommene Stadtmetropole praesentieren. Nicht nur hier bekommt der Zuschauer wunderschoene Aufnahmen serviert, auch gibt es atemberaubende Naturaufnahmen, die einen nicht schlecht staunen lassen. Das Drumherum bzw. das Setting ist also groeßtenteils durchaus als gelungen zu bezeichnen, auch wenn manche Szenerien wiederum zu sehr durch schwaechere CGI-Technik gezeichnet sind (bspw.: Windpark, Luftschiff).


Abseits des talentfreien Hauptprotagonisten sollte man fairerweise erwaehnen, dass der restliche Cast durchaus zu ueberzeugen weiß und seine Momente hat. Großartige Leistungen lassen sich trotzdem keine finden, eher noch gelegentliches Overacting bei dem zweiten Hauptdarsteller, aber naja... wenigstens geht die deutsche Synchronisation in Ordnung, auch wenn staendig, wirklich in jedem dritten Satz, das Wort "Massaraksh!" faellt. Untertitel bzw. eine deutsche Uebersetzung gibt es dafuer offenbar keine.
Nach kurzer Recherche fand ich folgendes heraus: Es handelt sich offenbar um eine Eigenkreation der Autoren der Romanvorlage und es bedeutet in etwa "The World is inside out!". Es kann sowohl positiv als auch negativ konotiert sein. Im Groben also: "F*ck!" oder eben auch "F*ck, yeah!"... glaube ich.

Was die Story und die Erzaehlweise betrifft ist das auch wieder so eine Sache. Das Konzept ist auf jedenfall interessant und bietet sicher so Einiges, aber im Film wird das teilweise durch sehr holprige Dialoge, den schlechten Hauptdarsteller und der teilweise abgehackt wirkenden Erzaehlweise eindeutig geschmaelert.

Ein Beispiel (unwichtiger Spoiler):

Mak Sim, Maksim oder auch Maxim, darf man sich hier aussuchen, kommt in den Knast und unterhaelt sich mit zwei Verbuendeten ueber nichts Besonderes - Szenenwechsel zu irgendeinem Nebenplot - Szenenwechsel zurueck zu unserem Helden. Maxim ist urploetzlich mit seinen zwei Buddys ausgebrochen, wovon vorher nichtmal ansatzweise die Rede war. Verfolgt werden sie auch nicht. Sie kaempfen sich einfach nur ein wenig durch Waelder und Oedland. Wie sie dahin gelangt sind, weiß kein Mensch. Ein Ausbruch oder dergleichen wird auch nicht erwaehnt. Alles klar.
Davon gibt es dann oefter noch einige Momente, die den Zuschauer aehnlich verdutzt zuruecklassen.

Die Action kann dafuer aber zeitweise ganz gut ueberzeugen, wobei die Effekte mal richtig gut sind, dann aber auch mal wieder auf TV-Niveau, was doch recht schade ist, da man ja auch sieht, dass es besser geht. Vielleicht hat das Budget nicht ganz gereicht. Too bad. Abwechslung ist allerdings reichlich geboten. Action im Outback, in Waeldern oder auch in der Stadt gestalten das Ganze noch ganz interessant.


Das ist auch der Grund, weshalb trotz der ganzen Kritik, tatsaechlich keine Langeweile aufkam. Man kann sich diesen "huebschen Trash" ganz gut anschauen, obwohl die Laufzeit mit fast vier Stunden natuerlich enorm ist, wobei gerade im letzten Akt schon einige Subplots angerissen werden, dann aber irgendwie einfach links liegen gelassen werden. Kommt einem auch irgendwie spanisch vor.
Das Ende laesst einen ziemlich kalt, da nuetzt auch der letzte Twist nichts mehr, was aber am bereits angesprochenen Problem des Hauptakteurs liegt und man somit nicht ausreichend mitfiebert.

Was bleibt ist ein Film mit wirklich netten Aufnahmen, einer schicken Zukunftsmetropole und teilweise guten Effekten, aber eben auch viele Plotholes, daemliche Dialoge und einem hassenswerten Hauptdarsteller, der zudem noch aussieht wie ein Moechtegern-Anakin Skywalker. Auch wenn man sich jetzt sicher eine niedrigere Wertung vorgestellt haette: Mit viel gutem Willen noch 4.5/10.



Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Capelight:

Der Film kommt in einem aeußerlich sehr stabilen Jumbo-Steelbook (ohne FSK-Logo) daher, welches optisch auch einen netten Eindruck macht. Die innere Verarbeitung laesst leider etwas zu wuenschen uebrig. Alles etwas wackelig, nur aus billigem Plastik und keinerlei Artwork / Inlay oder dergleichen.

Bild: Meine Guete, hier hat Capelight aber was abgeliefert! Im positiven Sinne natuerlich. Bis auf verinzeltes Rauschen in den ersten Minuten ist das Bild nahezu tadellos. Eine klasse Schaerfe, die man sich bei einigen anderen Filmen nur wuenschen kann. 9.5/10

Ton: Auch hier ueberzeugt die Blu-Ray auf ganzer Linie und braucht sich keinesfalls verstecken. Der DTS-HD 7.1 Master reizt das System voll aus und es kommt ein tolles Raumgefuehl in passenden Szenen auf. Sprachen: Deutsch und Russisch, wobei letztere Spur nur im DTS-HD 5.1 Master vorhanden ist. Deutsche Untertitel sind ebenfalls vorhanden. 9/10

Extras: Es ist eine Bonus-DVD vorhanden, auf der sich eine Dokumentation ueber den Film befindet. Mit einer Laufzeit von ca. 47 Minuten wird nochmal ein ausfuehrlicher Einblick in die Dreharbeiten geboten. Zwischendurch werden immer wieder Darsteller und Crew interviewt. Wer also Interesse daran hat, so ist die Doku sicher einen Blick wert. 7/10




Bilder:
Eigene Screenshots