Es geht weiter mit dem woechentlichen Kurzfilm zum Freitag, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet!
lashorasperdidas.com
Hier mal ein paar Trailer zu einigen potenziellen Geheimtipps, von denen man noch nie etwas hörte, einfach nicht überall liest oder sie schlichtweg übersieht – zu Unrecht.
“The Aggression Scale” – Stephen C. Miller
USA, 2012
IMDb | Moviepilot
Pinke Schrift auf schwarzem Grund? Ne, es geht nicht um “Drive”. Allerdings ist dieser Thriller ebenso an die 80er angelehnt.
“Cycle” – Zoltan Sostai
Ungarn, 2011
IMDb | Moviepilot
Sehr spezieller Science-Fiction Stoff aus Ungarn, der demnächst auch auf dem Sci-Fi-London Festival 2012 läuft.
“C 299,792 km/s” - Derek Van Gorder, Otto Stockmeier
USA (?), 2011 IMDb | Moviepilot | Kickstarter
Der Film ist allein schon durch seine Machart äußerst interessant. Einen Einblick gibt es ebenfalls in folgendem “Trailer”.
“True Skin” - Stephan Zlotescu
USA (?), 2012 IMDb | Moviepilot
Zunächst wird wohl ein 12-minütiger Kurzfilm daraus gemacht, jedoch scheint ein Langfilm geplant zu sein.
“Funeral Kings” - Kevin McManus, Matthew McManus
USA, 2012
IMDb | Moviepilot Schwarze Komödie um ein paar Jungs, die gern älter wären als sie in Wirklichkeit sind und sich verhalten wie die letzten Bastarde. Also irgendwie ein Mix aus “Superbad” und “Stand by Me”.
“Beyond the Black Rainbow” - Panos Cosmatos
Kanada, 2010
IMDb | Moviepilot
Psycho-Thriller mit Sci-Fi Einlage, der den ein oder anderen Mindfuck zu versprechen scheint.
Creator(s): Mark Gatiss, Steven Moffat | Cast: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman
IMDb | OFDb | Moviepilot | Amazon
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) meldet sich zurück und ist jünger und energetischer denn je! In der ebenso originellen wie spannenden Neuauflage des klassischen Stoffes nach Sir Arthur Conan Doyle begibt sich Holmes mit Smartphone und Notebook bewaffnet auf große Verbrecherjagd im London des 21. Jahrhunderts. Unterstützung erfährt er in Dr. John H. Watson (Martin Freeman, „Hot Fuzz“), einem posttraumatisierten Kriegsveteranen, der Holmes bei dessen Ermittlungen nicht von der Seite weicht.
Mit der britischen Serie “Sherlock” hat man mit etwas Altem mal etwas angenehm Frisches geschaffen. Der weltbekannte Detektiv und sein Kollege Watson machen eine Zeitreise ins 21. Jahrhundert – dabei werden viele bekannte Gepflogenheiten, die man von den Charakteren bereits kennt, ebenfalls ins Hier und Jetzt transportiert. Sherlock Holmes raucht keine Pfeife, er benutzt Nikotinpflaster. Watson schreibt statt eines Tagebuchs einen Blog. Das kommt schon ganz amüsant rüber, wenn man das so sieht.
Den von Robert Downey Jr. verkörperten Sherlock kann Benedict Cumberbatch (“Dame König As Spion”, “Gefährten”) mit seiner Leistung in der Serie locker in die Tasche stecken. Er ist sarkastischer, scharfsinniger, witziger, ohne ins Alberne abzudriften und hält sich, trotz des Zeitsprungs, näher an Arthur Conan Doyle’s ursprünglichem Holmes. Die Analysen des Meisters suchen seinesgleichen und begeistern jedes Mal wieder aufs Neue und lassen den Zuschauer oft vor lauter Staunen letztlich nur noch mit einem Schmunzeln zurück.
So, wie man die Rolle in der Serie zu sehen bekommt, kann man dazu neigen einen Vergleich zu Hugh Laurie’s Dr. House zu ziehen, was nicht völlig abwegig ist, so haben beide einen ausgeprägten Hang zum Sarkasmus, halten sich für äußerst intelligent (was, ja nicht abwegig ist) und werden von dem Zwang verfolgt alles und jeden zu analysieren und sämtliche Fälle, mit denen sie in Kontakt treten zu lösen. Anders als der verbitterte Arzt, ist der Meisterdetektiv hier hingegen kein Mensch, der alles und jeden hasst oder zumindest so tut als ob.
Martin Freeman, der angehende Bilbo Beutlin (“Der Hobbit”), spielt Dr. Watson, den ewigen Kumpanen Sherlocks. Man tat gut daran, John Watson eine gebührende Einleitung zu geben und dort anzusetzen, wo Sherlock und Watson noch keine Partner sind, sondern sich erst noch kennenlernen. Watson ist zwar Arzt, jedoch ein Kriegsarzt, der traumatisiert aus Afghanistan zurückkehrt und an seinen traumatischen Erlebnissen zu nagen hat.
Jedoch bleibt dafür nicht allzu viel Zeit, nachdem er Sherlock Holmes kennengelernt hat und erkennt, dass er eben genau diesen aufregenden und gefährlichen Teil seines Lebens zu vermissen scheint. Die Freundschaft der beiden wird von einigen Running-Gags dominiert und man entwickelt ungemeine Sympathien für die beiden Freunde. Dr. John Watson stellt dabei den Identifikationscharakter dar, wesentlich geerdeter als sein Partner, während dieser den Begeisternden Part vollkommen einnimmt. Hier wird sich nicht großartig in den Vordergrund gespielt, wobei die Titelrolle natürlich ein klein wenig mehr Platz einnimmt. Mit einem geschätzten 55:45 Verhältnis ist das allerdings als relativ ausgewogen zu betrachten.
Die Inszenierung geht zuweilen locker über das typische Serienniveau hinaus und könnte auch als Filmproduktion durchgehen. Ebenfalls wartet die Serie mit dem ein oder anderen weiteren originellen Kniff auf. Man sieht beispielsweise häufig “Live-Texteinblendungen”, um dem Zuschauer zu zeigen, was jemand beispielsweise gerade mit seinem Smartphone macht oder eben auch die über den Bildschirm wuselnden Gedankengänge Holmes’. Das ist insofern als positiv zu werten, da man als Außenstehender dadurch besser mit in die Handlung einbezogen wird und anfängt mitzurätseln, da Holmes oft nicht gleich seine längst gezogenen Schlüsse preisgibt. Die Spannung bleibt somit oft bis zum Schluss erhalten, auch wenn man vielleicht schon Teilschlüsse ziehen konnte, so wartet nicht selten immer noch eine Überraschung auf den Zuschauer.
Es ist unglaublich wie schnell man sich daran gewöhnt, dass das Geschehen im heutigen Zeitgeschehen - mit Computern, dem Internet, Smartphones uvm - stattfindet. Bereits ab dem zweiten Film bzw. der zweiten Episode oder viel mehr spätestens dann erachtet man dies für selbstverständlich, was wohl auf die hervorragenden Drehbuchautoren, die erstklassige Inszenierung, die beiden wunderbaren Hauptdarsteller und ihre durchweg guten Nebendarsteller zurückzuführen ist. Der Transfer ist gelungen, die Zeitreise ist geglückt. “Sherlock” ist ein voller Erfolg – bitte noch viel mehr davon!
Episoden im Überblick:
Ein Fall von Pink (OT: A Study in Pink), Regie: Paul McGuigan – 8/10
Der blinde Banker (OT: The Blind Banker), Regie: Euros Lyn – 8/10
Das Große Spiel (OT: The Great Game), Regie: Paul McGuigan – 9/10
Zur Blu-Ray Veroeffentlichung von Polyband:
Die Blu-Ray kommt als Amaray verpackt in einem Pappschuber daher – leider beides mit einem dicken, nicht ablösbaren Flatschen behaftet.
Bild: Was die optischen Werte betrifft, so weiß das Bild durch eine überaus gute Schärfe und Kantenzeichnung zu punkten. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, während die Farben etwas schwächer wirken, kraftlos. Dies scheint allerdings durchaus gewollt zu sein. Ansonsten tritt in manchen dunkleren Szenen gelegentlich etwas Filmkorn auf und gelegentlich macht sich eine gewisse Weichzeichnung breit, wobei ich nicht sagen kann ob das gewollt ist oder nicht. Serientypisch kommt das Format im Vollbild daher (1,78:1). 8/10
Ton: Vorhanden ist die englische Originaltonspur und die deutsche Synchronfassung – beides in DTS HD 5.1. Erquickenden Surroundsound braucht man hier nicht erwarten, da es sich eben um eine Serie handelt und dies meist der Fall ist. Sprachwiedergabe, Musik und sonstige Geräuschkulissen sind gut verständlich und klingen ordentlich. 7/10
Extras: Neben dem ausführlichen Booklet findet sich auf den Discs der ursprüngliche Pilotfilm der Serie, der knapp eine Stunde Laufzeit beträgt, jedoch nur im Originalton vorhanden ist. Weiterhin gibt es zwei Audiokommentare und ein Making-Of (30 min), welches leider ebenfalls nur auf Englisch vorliegt. 7/10
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Bilder:
polyband.de
f.a.z. fernsehblog
Schauwerte wissen durchaus zu ueberzeugen. Die haarigen Aliens, im Film auch bezeichnet als "Wolf-Gorilla-Motherfucker-Aliens", bieten natuerlich nicht gerade die gleiche Faszination wie ein "Predator" oder eben ein "Alien" aus der gleichnamigen Filmreihe, auch wenn sich hier eine kleine Huldigung findet, aber man gewoehnt sich an die Biester mit ihren leuchtenden Beißern, wenngleich etwas Abwechslung nicht geschadet haette. Zumindest sorgen diese des Oefteren fuer den ein oder anderen Moment, indem auch mal Gore zum Einsatz kommt und etwas Blut spritzt, wovon es aber noch mehr haette geben koennen. Hier war man nicht konsequent genug.
Der Humor bleibt an manchen Punkten etwas auf der Strecke, was etwas schade ist, da man im Voraus einen Film erwartet, der in den gleichen Gefilden unterwegs ist, wie die bereits eingangs erwaehnten beiden Hochkaraeter und somit durch mehr schwarzen Humor punktet.